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Vier Jahre nach Terror-Anschlag : Norwegens junge Sozialdemokraten erobern Utøya zurück

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Das brutale Massaker mit fast 70 Toten auf Utøya hat ganz Norwegen schockiert. Die Schockstarre hielt bis heute an. Nach vier Jahren soll die kleine Insel wieder ein Ferienort für Jugendliche werden.

Utøya | Mit einer Rekordzahl von 1000 Teilnehmern nimmt die Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei (AUF) am Freitag die Insel Utøya wieder in Besitz. Vier Jahre, nachdem der Terrorist Anders Behring Breivik hier 69 überwiegend junge Menschen getötet hatte, findet erstmals wieder ein Sommerlager auf der Insel statt.

Der AUF-Vorsitzende Mani Hussiani sagte, ein dunkles Ereignis dürfe nicht die helle Vorgeschichte überschatten. Die AUF veranstaltet seit 1950 Jugendcamps auf der Insel. Als Gastredner wurde am Freitag die ehemalige norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland erwartet.

Der rechtsradikale Norweger Anders Behring Breivik tötete bei einem Bombenanschlag in Oslo und dem Massaker auf der Insel Utøya am 22. Juli 2011 insgesamt 77 Menschen. Die meisten Opfer waren Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, die auf Utøya an einem Sommerlager der Jugendorganisation der Arbeiterpartei teilnahmen.

 

Breivik schoss auch noch auf sie, als sie am Boden lagen oder durch das Wasser zu fliehen versuchten. Die zuvor im etwa 40 Kilometer entfernten Oslo gezündete Autobombe sollte die Polizei ablenken. Acht Menschen starben dort. Die Explosion verwandelte Teile des Regierungsviertels in eine Trümmerlandschaft. Sie hat bis heute Spuren hinterlassen. Breivik wurde 2012 zur Höchststrafe von 21 Jahren Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt. Kürzlich wurde er zum Studium der Politikwissenschaften an der Universität von Oslo zugelassen. Da er wegen seiner Haftbedingungen allerdings nicht persönlich an den Seminaren teilnehmen kann, wird er es wahrscheinlich nicht abschließen können. Fünf der neun Kurse des Studiums erfordern seine Anwesenheit in der Universität. Der Rechtsextremist sitzt aber in Einzelhaft und hat keinen Zugang zum Internet.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 09:42 Uhr

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