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Erneuerbare Energien : Nordlink: Stromaustausch von Norwegen und Deutschland

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Am Freitag wird das Umspannwerk in Wilster eingeweiht. Die Leitung zwischen den Ländern ist 623 Kilometern lang.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 08:55 Uhr

Wilster/Nortorf | „NordLink“ ist ein Seekabel in der Nordsee, das die Stromnetze Norwegens und Deutschlands verbinden soll. Aktuell befindet es sich noch im Bau. „NordLink“ ist neben „NorGer“ eine von zwei geplanten Leitungsverbindungen zwischen Norwegen und Deutschland.

Der offizielle Baubeginn für das Kabel fand im September 2016 statt. Aufgrund der Trassenlänge von 623 Kilometern wird ur Stromübertragung durch die beiden Kabel (Plus und Minuspol), die mit Konverterstationen an jedem Ende verbunden sind, Gleichstrom verwendet. Gleichstrom bietet sich vor allem bei langen Entfernungen und für große Übertragungsleistungen an.

Deshalb werden Konverterstationen benötigt. Sie werden in Wilster (Schleswig-Holstein) und Tonstad (Norwegen) errichtet. Für erstere wird am Freitag das Richtfest gefeiert. In diesen Stationen wird der Strom von Gleich- in Wechselstrom – oder umgekehrt, je nach Übertragungsrichtung – umgewandelt und in das deutsche beziehungsweise norwegische Übertragungsnetz eingespeist, um Haushalte und Unternehmen mit Strom zu versorgen.

„NordLink“ ist eines von mehreren Seekabeln in der Nordsee; beispielsweise wird mit „NorNed“ bereits seit 2008 ein ähnliches Seekabel zwischen Norwegen und Eemshaven in den Niederlanden betrieben.

In ihrem Video erklärt der Netbetreiber Tennet den Verlauf von NordLink:

Das Stromkabel hat eine Kapazität von 1.400 Megawatt (MW) und kann mehr als 3,6 Millionen deutsche Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen. Das entspricht in etwa der Einspeiseleistung von 466 Windkraftanlagen zu je 3 Mega Watt. Von den 623 Kilometern Kabel verlaufen 530 Kilometer unter Wasser auf dem grund der Nordsee.

Vom Umspannwerk in Wilster aus, verläuft das Kabel unterirdisch nach Büsum. Von dort aus legen es die Spezialisten unter den Deich bis ins Meer. Durch den norwegischen Fjord hindurch trifft das Kabel nahe der kleinen Stadt Feda auf das Festland. Der Rest der Leitung nach Tonstad in der Gemeinde Sirdal soll als 53 Kilometer lange Freileitung gebaut werden.

Die Nordlink-Trasse
Die Nordlink-Trasse Foto: dpa
 

„NordLink“ wird die norwegische Wasserkraft mit der deutschen Windenergie verbinden. Davon sollen beide Länder profitieren. Wenn etwa in Deutschland ein Überschuss an Windenergie erzeugt wird, kann dieser über die Stromleitung nach Norwegen übertragen werden. Dort muss dann das Wasser nicht aus den Wasserspeichern gelassen werden, um Energie zu erzeugen. Umgekehrt kann Deutschland bei hohem Bedarf Energie aus Wasserkraft aus Norwegen importieren.

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