Stockholm und Oslo : Nobelpreis 2014: Heute werden die Gewinner ausgezeichnet

Im Oktober wurden sie bekanntgegeben, am Mittwoch werden sie gefeiert. Aber wer waren noch gleich die Preisträger?

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10. Dezember 2014, 11:13 Uhr

Stockholm/Oslo | Für superauflösende Mikroskope, ein Navi im Gehirn, die Kunst der Erinnerung und den Kampf für Kinderrechte gab es in diesem Jahr Nobelpreise. In Oslo und Stockholm werden die Preisträger gefeiert. shz.de stellt die Preisträger und ihre Leistungen nochmals kurz vor.

Die norwegische Hauptstadt macht am Mittag den Anfang mit dem Friedensnobelpreis (13 Uhr). Im Osloer Rathaus nehmen die erst 17 Jahre alte Malala Yousafzai aus Pakistan und der Inder Kailash Satyarthi die prestigeträchtige Auszeichnung für ihren Kampf für Kinderrechte in ihrer Heimat entgegen. Satyarthi habe zur Entwicklung von Kinderrechtskonventionen beigetragen, Malala beispielhaft gezeigt, dass junge Leute selbst zur Verbesserung ihrer Lage beitragen könnten. Obwohl Yousafzai die jüngste Nobelpreisträgerin aller Zeiten ist, empfindet sie keinen Druck, sagte die Jugendliche kurz vor der Verleihung. „Ich fühle mich jetzt viel stärker. Ich bin jetzt nicht mehr allein.“

In Schwedens Hauptstadt Stockholm werden am Nachmittag (16.30 Uhr) die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaft und Literatur verliehen.

Den Literaturnobelpreis überreicht der schwedische König Carl XVI. Gustaf an den 69-jährigen Patrick Modiano („Gräser der Nacht“). Der öffentlichkeitsscheue Franzose wird für seine „Kunst der Erinnerung, mit der er die unbegreiflichsten menschlichen Schicksale wachgerufen“ hat, geehrt. Die Jury beeindruckte vor allem, wie Modiano mit seiner Sprache unbegreifliche menschliche Schicksale wachrufen kann.

Den Chemie-Nobelpreis bekommt mit dem Göttinger Forscher Stefan Hell auch ein Deutscher - für die Erfindung superauflösender Mikroskope. Damit kann man in lebende Zellen blicken und Abläufe bei Krankheiten wie Alzheimer beobachten. Gemeinsam mit ihm werden zwei US-Amerikaner ausgezeichnet.

Den Nobelpreis für Medizin nimmt unter anderem das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser entgegen, das sich im Oktober ausgelassen über die gemeinsame Zuerkennung gefreut hatte. Die Wissenschaftler erhielten die Auszeichnung für die Entdeckung eines Navis im Gehirn. Zum ersten Mal wurden Norweger mit dem Medizin-Preis geehrt - und zum vierten Mal in der Geschichte der Nobelpreise ging die Auszeichnung an ein Ehepaar.

Mit dem Physik-Nobelpreis bedachte die Wissenschaftsakademie in Stockholm drei gebürtige Japaner. Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura entwickelten blau leuchtende Dioden - hocheffiziente Lichtquellen, die etwa in Handys zum Einsatz kommen.

Jean Tirole ist der dritte Franzose, der den Wirtschafts-Nobelpreis erhält.
dpa
Jean Tirole ist der dritte Franzose, der den Wirtschafts-Nobelpreis erhält.
 

Obwohl er nicht zu den traditionellen Nobelpreisen gehört, die auf das Testament des schwedischen Industriellen Alfred Nobel zurückgehen, wird der Wirtschaftspreis gemeinsam mit den anderen Auszeichnungen verliehen. 2014 ging er an den Franzosen Jean Tirole, der für seine Forschung über Marktmacht und Regulierung geehrt wurde. Alle Preise sind mit je acht Millionen schwedischen Kronen (rund 860.000 Euro) dotiert.

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