Kommt Freiland-Verbot? : Neue Studie zum Bienensterben: Neonicotinoide sind ein großes Risiko

So genannte Neonicotinoide sind für Wild- und Honigbienen laut Efsa eine Gefahr. Ein Freiland-Verbot ist möglich.

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28. Februar 2018, 15:33 Uhr

Parma/Brüssel | Für Wild- und Honigbienen sind sogenannte Neonicotinoide eine Gefahr. Dies hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht klargestellt. Im Fokus der Efsa-Untersuchung standen drei für Bienen giftige Insektizide. Für die Schädlingsbekämpfungsmittel hatte die Kommission bereits ein Freiland-Verbot vorgeschlagen, die Staaten wollten aber für Diskussionen darüber den Efsa-Bericht abwarten.

Die Experten der Behörde mit Sitz im italienschen Parma werteten diverse wissenschaftliche Studien zu dem Thema aus. „Insgesamt wurde das Risiko für die drei bewerteten Bienentypen bestätigt“, sagte der Leiter der Bereichs Pestizide der Efsa, Jose Tarazona. Untersucht wurde die Gefahr für Honig- sowie Wildbienen und Hummeln. Er erklärte auch, dass verschiedene Faktoren die Risiko-Bewertung beeinflussen – etwa, auf welchem Weg die Bienen die Schadstoffe aufnehmen.

Bereits im Dezember 2013 wurde der Einsatz von Neonicotinoiden EU-weit stark beschränkt. Dieser Beschluss ging auf eine Risikobewertung der Efsa zurück. Auf Basis des neuen Berichts ist nach Angaben der Kommission geplant, dass die Mitgliedsstaaten am 22. März über den vorliegenden Vorschlag des Freiland-Verbots diskutieren. Ob es dann auch schon eine Entscheidung geben wird, ist aber unklar.

Die Grünen sehen nun die künftige Bundesregierung in der Pflicht, einem möglichen EU-Freilandverbot der drei Insektizide zuzustimmen. „Die Bienengifte müssen jetzt schleunigst vom Acker – der Frühling darf nicht noch stummer werden“, sagte deren Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik, Harald Ebner. „Nun gibt es auch für die Bundesregierung keine Ausrede mehr.“

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