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Verkehrssünderkartei : Neue Punkte in Flensburg: Das gilt ab 1. Mai

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Wie wird gezählt? Ist der Führerschein jetzt schneller in Gefahr? Und was passiert mit den alten Punkten? Fragen und Antworten zu den neuen Regelungen.

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erstellt am 01.Mai.2014 | 09:46 Uhr

Was sind die wesentlichen Änderungen?

Im reformierten Punktesystem wird neu gezählt. Je nach Schwere einer Tat handeln sich Verkehrssünder künftig ein bis maximal drei Punkte statt wie zuvor bis zu sieben Punkte ein. Dafür wird der Führerschein schon nach acht statt 18 Punkten einkassiert. Neu ist auch, dass es nur noch für sicherheitsgefährdende Verstöße Eintragungen gibt, zum Beispiel fürs Rasen oder Handytelefonieren am Steuer, und nicht mehr für Delikte wie das unberechtigte Fahren in einer Umweltzone. Und: Punkte für einzelne Verstöße verjähren, unabhängig von neuen Eintragungen.

Was geschieht mit den alten Punkten?

Die werden umgerechnet und in das neue System übertragen. Aus bis zu drei alten Punkten wird zum Beispiel einer in der neuen Kartei, 16 bis 17 Punkte auf dem alten Konto machen sieben Punkte auf dem neuen. Verkehrsrechtsanwältin Daniela Mielchen sieht in der Umrechnung eine Ungleichbehandlung: „Wer zum Beispiel wegen eines Handyverstoßes einen Punkt hat, steht auf der neuen Punkteskala genauso da wie Wiederholungstäter, die schon dreimal telefonierend am Steuer erwischt wurden.“ Alte Einträge für Delikte, für die es ab Mai keine Punkte mehr gibt, werden gelöscht.

Was ändert sich an den Bußgeldern?

Die Bußgelder für viele Verkehrsverstöße steigen. Handytelefonierer beispielsweise werden mit 60 statt 40 Euro zur Kasse gebeten - dieser Betrag ist die neue Punkte-Eintragungsgrenze. Vorfahrt- und Rotlichtverstöße, Fahren ohne Zulassung oder das Widersetzen gegen eine polizeilichen Anweisung werden mit 70 Euro geahndet. Für all diese Verstöße gibt es mindestens einen Punkt. Andere Verstöße ziehen ab Mai zwar keinen Punkt mehr nach sich, dafür aber ein teils deutlich höheres Bußgeld.

Wie schnell verjähren neue Einträge?

Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt verschwinden nach zweieinhalb Jahren automatisch vom Konto. Bei groben Ordnungswidrigkeiten mit zwei Punkten und Straftaten ohne Führerscheinentzug dauert das fünf Jahre. Dazu zählt etwa eine deutlich überhöhte Geschwindigkeit. Die drei Punkte für Straftaten mit Führerscheinsperre wie Alkoholdelikte bleiben zehn Jahre.

Ist der Führerschein künftig schneller in Gefahr?

Verkehrsanwältin Daniela Mielchen sagt: „Unter Umständen ja.“ Zur Veranschaulichung macht sie folgende Beispielrechnung auf: „Im neuen System wird der Führerschein nach vier Ordnungswidrigkeiten mit Fahrverbot entzogen, bislang war das nach fünf bis sechs der Fall.“

Wie erfahre ich meinen neuen Punktestand?

Die Auskunft über ihren Punktestand im Fahreignungsregister erhalten Autofahrer nicht automatisch, sie müssen dafür beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen Antrag stellen. Das Formular finden sie auf www.kba.de

Können Verkehrssünder weiterhin freiwillig Punkte abbauen?

Ja, aber nur noch einen Punkt innerhalb von fünf Jahren, und nur dann, wenn sie maximal fünf Punkte auf ihrem Konto haben. Betroffene müssen dazu ein Fahreignungsseminar mit vier obligatorischen Sitzungen besuchen. Das Fahreignungsseminar ersetzt die bisherigen Aufbauseminare und kostet nach Angaben des ADAC um die 400 Euro.

 
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