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Modekette im Shitstorm : Nazi-Design bei Urban Outfitters: Eine KZ-Uniform als Wandschmuck

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Ein gestreifter Wandteppich mit pinken Dreiecken erinnert an KZ-Uniformen. Das Unternehmen hat bereits in der Vergangenheit mit zweideutigen Design für Aufsehen gesorgt.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 12:27 Uhr

Versehen oder gut durchdachte Marketing-Kampagne? Diese Frage stellt sich, wenn man einen Wandteppich mit pinken Dreiecken betrachtet, der an eine KZ-Uniform erinnert: Mit dem Mode-Faux Pas hat die amerikanische Firma Urban Outfitters zu kämpfen.  Die Anti-Defamation League (ADL), die sich für Zivilrechte und gegen Anti-Semitismus einsetzt, prangert das Design des Wandschmucks an. Auf grauen und weißen Streifen sind pinke Dreiecke gedruckt. Und dies erinnert an die Uniformen, die homosexuelle Gefangene in Konzentrationslagern tragen mussten. 

In einem Brief an den Konzern fordert die ADL Urban Outfitters auf, den Teppich aus den Geschäften und dem Onlineshop zu nehmen. 

In den sozialen Netzwerken machen User ihrem Unmut Luft.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen durch Nazi-Design auffällt. 2012 verkaufte Urban Outfitters ein gelbes Shirt mit einem Stern auf der Brust, der an einen Davidstern erinnerte. Damals hieß es, das Design sei nur ein Entwurf gewesen und nicht für den Verkauf bestimmt. Der Stern wurde vom Shirt entfernt.

Zweideutige Designs scheinen bei der Firma hoch im Kurs zu stehen. Im September 2014 kam ein Pullover mit dem Logo der Kent State University auf den Markt. Neben dem Emblem „zierten“ jedoch auch Einschusslöcher und rote Punkte, die wie Blutspritzer aussahen, das Kleidungsstück.  Wenn man weiß, dass bei einer Schießerei an der Uni 1970 vier Menschen getötet wurden, ist das Design zumindest fraglich.

Urban Outfitters ist jedoch nicht die einige Modekette, die Kleidung vertreibt, die an den Nationalsozialismus erinnert.

Die spanische Firma Zara brachte 2014 ein Kindershirt heraus, dass wie eine KZ-Uniform aussah.  Der gelbe Stern auf dem Streifendesign  erinnert  an den „Judenstern“, den die jüdische Bevölkerung während der NS-Zeit tragen musste.

So sieht das Sheriff-Shirt von Zara aus.
So sieht das Sheriff-Shirt von Zara aus. Foto: Twitter

Nach weltweiten Protesten wurde das Kleidungsstück aus dem Sortiment genommen.

Das Zeichen der Waffen-SS als modischer Hingucker? Gibt es nicht:  Doch, gibt es.

Zwei Runen in Form von Blitzen zierten im Herbst 2014 eine Bluse der Modekette Mango. Das Symbol der Waffen-SS ist in Deutschland verboten. Mango bedauerte die Assoziation, die bei Betrachtung der Bluse entstehen könnten.

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