Umwelt und Garten : Naturschützer: Hobbygärtner sollen auf Torf verzichten

Noch bis 2020 wird weiter Torf abgebaut.
Torfabbau schadet der Umwelt.

Durch Torfabbau wird die C02-Bilanz verschlechtert. Verbraucher unterstützen das, indem sie falsche Blumenerde kaufen.

shz.de von
06. Mai 2016, 12:31 Uhr

Hamburg | Die Umweltorganisation BUND in Hamburg hat Klein- und Balkongärtner zu einem Verzicht auf torfhaltige Pflanzerde aufgefordert. „Torf ist der Stoff, aus dem die Moore sind, und durch den Torfabbau werden Moore als Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere zerstört“, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.

Moore sind enorm wichtig für den Klimaschutz. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation speichern sie etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen - obwohl sie nur etwa drei Prozent der Erdoberfläche ausmachten. Werden die Moore durch Torfabbau zerstört, wird Kohlenstoff freigesetzt und der Treibhauseffekt verstärkt.

Allein in Deutschland verwendeten Hobbygärtner jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Torf, weitere sieben Millionen Kubikmeter würden in Gärtnereien und in der Industrie verbraucht. Aus Sicht des BUND sind die Bundesbürger damit für die Freisetzung von jährlich 42 Millionen Tonnen CO2 durch Abbau und Trockenlegung von Mooren verantwortlich.

BUND-Geschäftsführer Braasch nahm neben den Hobbygärtnern auch die Bau- und Gartenmärkte in der Pflicht: „Die Märkte selbst haben mit ihrer Werbung und vor allem mit ihrer Produktpalette entscheidenden Einfluss auf das Kaufverhalten ihrer Kunden.“ Stichproben im Hamburger Einzelhandel hätten ergeben, dass bislang jedoch nur etwa 20 Prozent der angebotenen Blumenerden torffrei seien.

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