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Perseiden am Himmel : Nächte der Wünsche: Es regnet Sternschnuppen

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Nach der Mondfinsternis ist ab sofort ein Sternschnuppenstrom am Himmel zu sehen. Was Sie wissen müssen:

Frankfurt/Heppenheim | Der August hat für Himmelsgucker einiges zu bieten: Nach der Mondfinsternis werden ab sofort zahlreiche Sternschnuppen am Himmel zu sehen sein. Vom 9. bis 13. August regnet der Meteorstrom der Perseiden besonders stark auf die Erde nieder- und beschert dem Beobachter wieder zahlreiche Gelegenheiten, sich etwas zu wünschen.

Meteorströme treten jedes Jahr auf. Am bekanntesten sind die Quadrantiden im Januar, die Perseiden im Juli und August, die Leoniden im November und die Geminiden im Dezember. Meteorströme entstehen, wenn die Erde in die Flugbahn eines Kometen kommt.

Der Höhepunkt des funkelnden Spektakels am Himmel wird in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag erwartet. Zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein. Gerade in diesem Jahr erwarten die Forscher aufgrund von Bahneinflüssen des Planeten Jupiter noch mehr helle Meteore als in den Vorjahren. „Aber es geht jetzt schon langsam los“, sagte Caroline Liefke von der Vereinigung der Sternfreunde diejenigen, die die große „Nacht der Wünsche“ nicht abwarten möchten.

Woher kommt der Aberglaube?

Sternschnuppen gelten in Deutschland als Glücksbringer. Wenn man einen Lichtstreifen am Himmel erblickt, soll man sich etwas Wünschen und es niemanden verraten. Erst dann geht der Wunsch in Erfüllung. Woher der Aberglaube kommt, ist unbekannt. Einst sahen Menschen in Sternen göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament. Sternschnuppen galten als Dochte, die Engel beim Putzen der Himmelskerzen fallen ließen. Entsprechend hoffte man bei ihrer Erscheinung auf göttlichen Beistand oder zumindest einen Engel an der Seite, wenn es um unerfüllte Wünsche geht. Allerdings bringen Sternschnuppen nicht überall Gutes. So gelten sie in der Mongolei als Unglückszeichen.

Sternschnuppe

Sternschnuppen am Himmel.

Foto: dpa

So sind die Sternschnuppen am besten zu sehen

Wenn der Himmel bewölkt ist, ist aber leider nichts zu machen. Problematisch könnte allerdings der Mondschein sein: Da am Montag Vollmond war, ist am nächtlichen Himmel auch am Sonnabend noch ziemlich viel Mond zu sehen, dessen Licht es erschwert, die Perseiden zu erblicken. „Frühaufsteher haben bessere Chancen - die müssen dann allerdings bereits gegen drei Uhr nach den Perseiden Ausschau halten“, sagte Liefke.

„Sternschnuppen sieht man ausschließlich mit den bloßen Augen. Da hilft bei Wolken auch keine Sternwarte“, sagt Marco Ludwig, Leiter der Sternwarte Neumünster. Am besten seien die Himmelskörper auf einem freien Feld, weit weg von Lichtquellen zu sehen. Es sei wichtig, die Augen vorab an die Dunkelheit zu gewöhnen. „Das kann bis zu 30 Minuten dauern.“ Wichtig: In der Zeit auf nichts Helles, wie etwa ein Handy-Display, schauen. Denn danach beginne die Eingewöhnungszeit von Neuem.

Tipps fürs Fotografieren

<p>In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein.</p>

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zwischen 22 und 4 Uhr können dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein.

Foto: dpa
 

Hobbyfotografen greifen am besten zu einem Weitwinkel-Objektiv, wenn sie Sternschnuppen auf dem Speicherchip festhalten wollen. Damit könne ein möglichst großer Himmelsbereich abgelichtet werden, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. „So erhöht man die Wahrscheinlichkeit, keine Sternschnuppe zu verpassen.“ Interessante Perspektiven biete etwa ein extrem weitwinkliges Fischaugen-Objektiv.

Fotografen auf Sternschnuppen-Jagd sollten der Expertin zufolge Spiegelreflex - oder kompakte Systemkameras nutzen. „Prädestiniert für Sternschnuppen-Fotografie sind Kameras, die sich manuell einstellen lassen“, erklärt Clauß. Damit das Bild scharf wird, bleibt der Autofokus aus und wird manuell auf unendlich gestellt - ansonsten versucht die Kamera immer wieder, selbst zu fokussieren. Die Handykamera ist dagegen eher ungeeignet.

Wichtig ist es, lange zu belichten, die Blende möglichst weit zu öffnen und die ISO-Empfindlichkeit gering zu halten. Bei einer langen Belichtungszeit von 30 Sekunden und mehr könne man sehr wahrscheinlich einige Sternschnuppen einfangen, erläutert Clauß.

Was sind Perseiden

Die Perseiden sind schnelle Sternschnuppen. Sie treten mit rund 60 Kilometern pro Sekunde -216.000 Kilometer pro Stunde - in die Erdatmosphäre ein. Mit dieser Geschwindigkeit dauert ein Flug von der Erde zum Mond nur eineinhalb Stunden. In den Tagen vor und nach dem Maximum ist immer noch mit rund 50 Meteoren pro Stunde zu rechnen. Die Perseiden sind abgelöste Trümmerstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Im Volksmund werden sie auch Laurentius-Tränen genannt. Der Märtyrer Laurentius wurde am 10. August 258 auf glühendem Rost zu Tode gefoltert.

Nächstes Spektakel am Himmel

Im Juli 2018 folgt eine totale Mondfinsternis, die auch in Mitteleuropa beobachtet werden kann. Die nächste partielle Sonnenfinsternis, die von Deutschland aus zu sehen ist, wird im Oktober 2022 erwartet - die nächste totale Sonnenfinsternis über Deutschland jedoch erst 2081.

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erstellt am 08.Aug.2017 | 17:12 Uhr

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