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Nach Erdbeben mit neun Toten : Nachbeben der Stärke 6,8 erschüttert Japan

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Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist erneut von einem schweren Erdstoß heimgesucht worden – noch immer gibt es Nachbeben.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 19:44 Uhr

Kumamoto | In Japan hat sich einen Tag nach einem schweren Erdbeben mit neun Toten ein starkes Nachbeben ereignet. Das GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam gab die Stärke am Freitagabend mit 6,8 an. Das Zentrum des Bebens lag demnach südöstlich der Großstadt Kumamoto im Süden des Landes in zehn Kilometern Tiefe. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 7,0 an. Seit dem Beben der Stärke 6,5 vom Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr (Ortszeit) wurde die Region von mehr als 120 teils starken Nachbeben heimgesucht.

Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt. Das Beben erreichte auf Japans Erdbebenskala die höchste Stufe 7. Es war das erste Mal, dass eine Erschütterung diese Stufe erreichte, seitdem ein Erdbeben im März 2011 den Nordosten verwüstet und einen gewaltigen Tsunami ausgelöst hatte. Rund 18.500 Menschen starben damals. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen. Beim diesmaligen Beben im Südwesten des Inselreiches blieben die dortigen Reaktoren nach Angaben der Betreiber unversehrt. Eine Tsunami-Gefahr bestand nicht.

Mindestens 1100 Menschen wurden bei dem Beben am Donnerstag im Südwesten Japans verletzt, mehr als 50 davon schwer, wie die Einsatzkräfte am Freitag bekanntgaben. Zehntausende Anwohner brachten sich in Notunterkünften in Sicherheit, viele verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Etwa 3000 Einsatzkräfte von Polizei, Militär und Feuerwehr waren im Einsatz.

Rund zwei Dutzend Wohnhäuser sowie Betonmauern stürzten ein, stellenweise brachen Feuer aus. In Tausenden Häusern fiel die Strom- und Wasserversorgung aus. Mehrere große Unternehmen wie die Autobauer Toyota und Honda und der Elektronikriese Panasonic stellten vorübergehend ihre örtlichen Fertigungslinien ein.

Fernsehbilder zeigten aufgerissene Straßen, der Bahn- und Flugverkehr wurde zeitweise beeinträchtigt, in einzelnen Geschäften verwüstete das Erdbeben die Ladeneinrichtungen. Das Zentrum der Erschütterung lag in Kumamoto, rund 900 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tokio. Dort beschädigte das Beben auch eine berühmte Samurai-Burg schwer.

Während die Meteorologische Behörde auch für die nächsten Tage vor weiteren schweren Nachbeben warnte, begannen die Menschen zügig mit den Aufräumarbeiten. Einsatzkräfte bemühten sich unter Hochdruck, die unterbrochenen Strom- und Wasserleitungen wieder herzustellen.

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