zur Navigation springen

A3 in Bayern : Nach Unfall mit drei Toten: Feuerwehr geht mit Wasser gegen Gaffer vor

vom

Drei Menschen sterben und Gaffer machen Fotos und Videos: Die Feuerwehr greift zu einer ungewöhnliche Methode.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 15:37 Uhr

Weibersbrunn | Um Gaffer nach einem Unfall mit drei Toten auf der A3 im Spessart (Bayern) vom Filmen und Fotografieren abzuhalten, hat die Feuerwehr am Donnerstagmorgen zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen. Mit einem Schlauch spritzten die Rettungskräfte Wasser auf Lastwagen, die sehr langsam an der Unfallstelle bei Weibersbrunn nahe Aschaffenburg vorbeifuhren oder gar stehenblieben.

Dies sei geschehen, „um die Fahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen“, sagte ein Polizeisprecher und bestätigte damit Medienberichte. In einem Fall habe ein Lkw-Fahrer sogar quer im Führerhaus gelegen, um bessere Aufnahmen machen zu können. Von mehr als zehn Lastwagenfahrern seien die Personalien aufgenommen worden. Sie sollten ein Bußgeld zahlen.

In Fahrtrichtung Frankfurt war es am frühen Donnerstagmorgen zu dem schweren Verkehrsunfall gekommen. Nach derzeitigen Erkenntnissen war der Fahrer eines mit Kies beladenen Muldenkippers gegen 4.20 Uhr aus noch ungeklärter Ursache in einer Baustelle ins Schlingern, kippte um und prallte mit dem Führerhaus gegen die Böschung. Der Lkw kam quer auf der Fahrbahn zum Liegen. Die komplette Ladung – mehrere Tonnen Kies – verteilte sich dort.

Die Insassen der beiden Lastwagen sind bei dem Unfall ums Leben gekommen.

Die Insassen der beiden Lastwagen sind bei dem Unfall ums Leben gekommen.

Foto: dpa
 

Umittelbar dahinter fuhr der Fahrer eines Paketlasters. Der Mann erkannte die Situation und versuchte noch dem Kieslaster nach links auszuweichen. Dabei durchbrach er die Mittelleitplanke und geriet in den Gegenverkehr. Dort kollidierte er mit einem in Richtung Würzburg fahrenden Transporter, der in die Böschung geschleudert wurde. Der Anhänger des Paketlasters wurde abgerissen und verteilte seine Ladung ebenfalls auf der Fahrbahn. In den Post-Lkw prallte dann noch ein weiterer Sattelzug. Für den 54-jährigen Fahrer des Kieslasters und die beiden Insassen des Post-Lkw kam jede Hilfe zu spät. Der 53-jährige Fahrer des Transporters wurde leicht verletzt.

Die Autobahn soll erst zum Feierabendverkehr wieder komplett geräumt sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert