A4 bei Düren : Nach Schüssen: Ex-Pauli-Profi Deniz Naki unter Polizeischutz

Deniz_Naki

Deniz Naki wurde im Mai 2017 in der Türkei zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Ihm wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen.

In der Nacht zu Montag hatten Unbekannte aus einem fahrenden Wagen auf der A4 auf den Deutsch-Türken geschossen. Die Hintergründe der Tat sind unklar.

shz.de von
09. Januar 2018, 12:29 Uhr

Düren  | Nach den nächtlichen Schüssen auf den deutsch-türkischen Fußballprofi Deniz Naki steht der 28-Jährige nun unter Polizeischutz. Naki halte sich an einem verborgenen Ort auf, sagte sein Anwalt Soran Haldi Mizrak.

Auf den Wagen des 28-Jährigen früheren Spieler des FC St. Pauli seien auf der Autobahn bei Düren in der Nacht zu Montag aus einem Auto heraus mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte die Aachener Staatsanwältin Katja Schlenkermann. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Auch eine politisch motivierte Tat sei nicht auszuschließen. „Wir nehmen die Angaben von Herrn Naki sehr ernst.“ Eine Mordkommission sei eingerichtet.

Zu dem Vorfall sagte der Ex-Pauli-Profi der Onlineausgabe der „Welt“: „Ich habe mich sofort weggeduckt und bin dann rechts auf den Standstreifen gerollt. Ich hatte Todesangst.“ Die Schüsse seien aus einem schwarzen Kombi abgefeuert worden, der auf der linken Spur etwas zurückgesetzt gefahren sei. Er sei auf der Spur ganz rechts gefahren, als er plötzlich Schüsse gehört habe. Der schwarze Kombi sei nach den Schüssen weitergefahren. Bilder, die Naki dem Bericht zufolge nach dem Anschlag aufnahm, sollen Einschusslöcher am Fenster und nahe eines Reifens seines Wagens zeigen.

Die Hamburger Linke-Politikerin Cansu Özdemir berichtete auf Twitter von dem Vorfall.

Der frühere Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn, der in Düren aufwuchs, steht inzwischen bei dem kurdischen Verein Amed Sportif Faaliyetler unter Vertrag, der in der dritten türkischen Liga spielt. Naki wurde in der Türkei im Mai 2017 zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Ihm wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Naki vermutet hinter dem Angriff einen politischen Hintergrund. Seinem Anwalt zufolge will er sich nicht unterkriegen lassen. „Er hat entschieden, mit seiner Familie wieder in die Türkei zurückzukehren“, sagt Mizrak.

Im Sommer vergangenen Jahres wurde Naki dem Bericht zufolge während eines Spiels von einem Zuschauer zusammengeschlagen. Naki spielte früher unter anderem zusammen mit Mats Hummels und Jerome Boateng in der deutschen U21-Nationalmannschaft.

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