zur Navigation springen

Mitgefühl im Netz : Nach Hirntod: Trauer um Tugçe A.

vom

Wildfremde Menschen nehmen Anteil am Schicksal von Tugçe. Sie wollte helfen – und starb. Fassungslosigkeit herrscht auch im Netz.

Offenbach | Sie wollte helfen – und starb. Das Schicksal von Tugçe A. bewegt das ganze Land. Vor dem Krankenhaus, in dem die hirntote Studentin in Offenbach liegt, stehen Kerzen. In den letzten Tagen versammelten sich Freunde, Angehörige und wildfremde Menschen um zu trauern. Auch im Netz ist die Anteilnahme groß. Die Studentin war am 15. November nach einem Streit in einem Schnellrestaurant in Offenbach auf dem Parkplatz von einem jungen Mann mit einem Schlag niedergestreckt worden. Dabei fiel sie mit dem Kopf auf einen Stein und zog sich schwerste Schädel-Hirnverletzungen zu. Der schreckliche Tod beschäftigt die Menschen schon seit Tagen – auch im Internet.

Der Fall beschäftigt heute immer mehr Menschen. Eine völlig verständliche Reaktion, findet die Berliner Notfallpsychologin Corina Hausdorf. „Jeder hat schon mal Ungerechtigkeit erlebt und kann sich damit identifizieren“, sagt sie. „Außerdem wünscht man sich in Gefahrensituationen eine Person wie Tugçe, die eingreift. Kommentare auf Facebook oder über Twitter geben den Menschen die Möglichkeit, etwas zu tun.“

Ihr Gesundheitszustand galt nach Angaben der Klinik von Anfang an als „äußerst kritisch“. Der mutmaßliche Täter, ein 18-Jähriger, sitzt in U-Haft und schweigt zu der Tat. Mit Tugçes Tod wird gegen ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Für eine Tötungsabsicht gebe es keinen Anhaltspunkt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Im Netz reagieren die Menschen auf die Ermittlungen und den mutmaßlichen Täter.

Die Offenbacher Klinik teilte im Einvernehmen mit den Angehörigen der 22-Jährigen am Donnerstag mit, dass der Hirntod von zwei Ärzten festgestellt worden sei. Heute wäre Tugçe A. 23 Jahre alt geworden.

Seit der Tat wird das Thema „Zivilcourage“ im Netz diskutiert.

Das Schicksal von Tugçe A. bewegt viele Menschen. Ein Tweet bei Twitter bringt es auf den Punkt.

mit dpa-Material

zur Startseite

von
erstellt am 28.Nov.2014 | 14:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen