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Boeing 777 der Malaysia Airlines : Nach Funden in Mosambik: Wrackteile gehören zu MH370

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Zwei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden von Flug MH370 kommt vielleicht Licht in das Rätsel: Experten haben Wrackteil Nummer zwei und drei identifiziert. Wo ist der Rest?

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 09:42 Uhr

Canberra | Experten haben mit großer Wahrscheinlichkeit zwei neue Wrackteile der verschollenen Malaysia-Airlines-Boeing Flug MH370 identifiziert. Die Trümmerteile waren in den vergangenen Wochen an der Küste von Mosambik in Afrika angespült worden. Sie wurden diese Woche in einem Labor in Australien untersucht. „Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Trümmerteile fast mit Sicherheit von MH370 stammen“, teilte Verkehrsminister Darren Chester am Donnerstag mit. Angehörige fordern eine Ausweitung der Suche.

Zwei Drittel der Fluggäste des Malaysia-Airlines-Fluges waren Chinesen. Die Piloten hatten sich 40 Minuten nach dem Start zum letzten Mal beim Tower gemeldet, ohne Hinweis auf Probleme. Weniger als eine Stunde nach dem Start verschwand die Maschine vom Radar.

Die Malaysier, die an der Untersuchung beteiligt waren, gaben Details bekannt: „Die Farbe und die Markierungen auf beiden Teilen entsprechen dem, was Malaysia Airlines verwendet“, teilte das Transportministerium mit. „Dimensionen, Material und Bauweise beider Teile stimmen mit den Spezifikationen einer Boeing 777 überein. Beide Transportminister benutzen die Formulierung, dass die knapp ein Meter langen Teile „fast mit Sicherheit“ zum MH370 gehören.

Eine Nahaufnahme des gefundenen Wrackteils in Mosambik.

Eine Nahaufnahme des gefundenen Wrackteils in Mosambik.

Foto: dpa/handout
 

Der Fundort im südlichen Afrika untermauert die These der Ermittler, dass die seit zwei Jahren verschwundene Maschine mit 239 Menschen an Bord im südlichen Indischen Ozean abstürzte. Sie war in Kuala Lumpur in Malaysia gestartet und sollte nach Peking fliegen. Was an Bord passierte, ist völlig unklar. Die Maschine flog nach der Analyse von automatischen Satellitendaten stundenlang Richtung Süden. Experten suchen in einem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet rund 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste mit Spezialschiffen seit fast zwei Jahren vergeblich nach dem Wrack.

„Dass Trümmerteile an der Ostküste Afrikas gefunden werden passt mit den Strömungsmodellen zusammen“, sagte Chester. Zwischen der angenommenen Absturzregion und Mosambik liegen zwar mehr als 6000 Kilometer. Aber die Oberflächenströmung bewegt das Meer zwischen Australien und Afrika in einer riesigen Kreisbewegung. Der nördliche Bogen fließt von Ost nach West.

Angehörige von chinesischen Opfern an Bord des verschollenen Flugzeugs der Malaysia Airlines fordern nun eine Ausweitung der Suche an die Küste von Afrika. „Ich will, dass sie vor Mosambik suchen“, sagte Liang Qingshan, dessen Frau an Bord war.

„Vor allem sollen sie uns die Wahrheit sagen“, spiegelte Liang Qingshan auch das weit verbreitete Misstrauen der Familien wider, von denen viele an eine Verschwörung glauben. Ein weiterer Angehöriger forderte, dass die Suche auf keinen Fall eingestellt werden dürfe, solange das Flugzeug nicht gefunden ist.

Die jetzt laufende Suche müsse wie geplant abgeschlossen werden, sagte Zhang Pu, dessen Frau mit dem Flugzeug vermisst wird. „Wenn es kein Ergebnis gebe, muss mit den Experten überlegt werden, wohin das Suchgebiet ausgeweitet oder verlagert wird.“ Es müssten stärker die Meeresströmungen berücksichtigt werden.

Ein Teil der Maschine, eine Flügelklappe, wurde bereits im vergangenen Juli auf der Insel La Réunion östlich von Madagaskar angespült. Ein Archäologe fand vor Kurzem ein weiteres mögliches Wrackteil in Südafrika. Nelius Kruger sagte, er habe das Teil auf einem Spaziergang in der Nähe des bei Touristen beliebten Ortes Mossel Bay entdeckt. Die ungewöhnliche Form habe ihn stutzig gemacht, dann habe er bei genauerem Hinsehen das Logo eines Turbinenherstellers gesehen. „Auf der Unterseite habe ich das Rolls-Royce-Emblem entdeckt“, sagte der 35-Jährige. Daraufhin habe er per E-Mail das Australische Büro für Verkehrssicherheit (ATSB) informiert. Die Behörden wollten das Teil nun in Südafrika abholen, sagte Kruger.

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