Abgestürzte Transasia-Maschine : Nach Flugzeugabsturz in Taiwan: Pilot stellte Triebwerk ab

43 Menschen kamen bei dem Unglück im Februar ums Leben. Der Absturzbericht offenbart: Ein Pilotenfehler könnte ursächlich für den Absturz sein.

shz.de von
02. Juli 2015, 12:16 Uhr

Taipeh | Ein Pilotenfehler war offenbar die Ursache für den Transasia-Flugzeugabsturz in Taiwan am 4. Februar 2015. Das geht aus einem Bericht hervor, den die taiwanesische Flugaufsicht am Donnerstag vorgelegt hat.

Die Maschine der Transasia Airways war kurz nach dem Abheben in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, gegen eine Brücke geflogen und dann in einen Fluss gestürzt. Es waren 58 Menschen an Bord. 43 kamen bei dem Unglück ums Leben. 14 Passagiere und eine Stewardess konnten gerettet werden.

37 Sekunden nach dem Start habe es zunächst eine Feuerwarnung am Triebwerk Nummer 2 der Maschine geben, heißt es im Untersuchungsbericht. Statt jedoch sofort das offenbar defekte Triebwerk abzustellen, habe der Pilot das intakte Triebwerk Nummer 1 abgestellt. „Wow, habe den Hebel auf der falschen Seite gezogen“, wird der Pilot, der bei dem Unglück getötet wurde, in einem Transkript zitiert.

Erste Untersuchungen im Februar hatten ergeben, dass zum Absturzzeitpunkt beide Triebwerke ausgefallen waren. Dem Bericht zufolge soll der Pilot, dessen Identität die Behörde nicht öffentlich macht, noch im Mai 2014 durch einen Test im Flugsimulator gefallen sein. Die Nachprüfung hatte er aber schließlich bestanden.

Aufnahmen eines Autofahrers zeigten, wie das zweimotorige Turboprop-Verkehrsflugzeug plötzlich hinter Hochhäusern auftaucht und die Tragflächen kurz senkrecht in der Luft stehen – dann schlägt die Maschine mit der unteren Tragfläche auf die Verkehrsbrücke auf, Trümmerteile fliegen durch die Luft, ein Taxi wird getroffen. Dann stürzt das Flugzeug in den Fluss.

Die Fluggesellschaft Transasia hatte nach dem Absturz mehrfach betont, es habe keine Hinweise auf technische Probleme mit dem Flugzeug gegeben. Bei regulären Sicherheitsuntersuchungen noch in den Wochen zuvor seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Das Flugzeug sei nicht einmal ein Jahr alt gewesen.

Wie die Luftfahrtbehörde berichtete, hatte die ATR-72-Flotte von Transasia in den vergangenen fünf Jahren allerdings schon fünfmal Triebwerksversagen. Drei der Zwischenfälle seien auf Herstellungsprobleme zurückgeführt worden, während zwei Mängel in der Wartung oder bei Reparaturen durch Transasia offenbart hätten, berichtete Taiwans Nachrichtenagentur CNA.

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