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Familie : Nach «Feuer» rufen - Richtig verhalten bei Oktoberfest-Konflikten

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Ein paar Maß Bier, und schon fliegen die Fäuste - auf dem Oktoberfest können Konflikte schnell eskalieren. Doch was tun, wenn friedliche Besucher Streit miterleben? Entscheiden sie sich zum Einschreiten, sollten sie einige Tipps beherzigen.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2013 | 09:16 Uhr

Alkohol und massenhaft Menschen - diese Kombination kann auf dem Oktoberfest schnell zu Reibereien führen. Wer einen Konflikt mit ansieht, sollte allerdings nicht sofort einschreiten, warnt Dieter Frohloff, Referent an der Gewalt Akademie Villigst in Schwerte. Erst einmal sollten Betroffene beobachten, ob sich der Konflikt verschärft oder ob es vielleicht Freunde waren, die in einen harmlosen Streit geraten sind.

Schätzt der Beobachter die Situation so ein, dass jemand einschreiten muss, sollte er klare Regeln befolgen: Der Notruf bei der Polizei ist immer noch die beste Wahl, sagt Frohloff. Bis die Beamten eintreffen, sollte der Beobachter nicht alleine aktiv werden. «Ich würde niemals in der Minderzahl agieren», sagt Frohloff. Vernünftiger sei, sich Hilfe zu holen. Das geht am besten, indem sie beistehende Passanten direkt ansprechen, also nicht «Hilfe» brüllen, sondern jemanden anschauen und sagen: «Sie, helfen Sie mir.»

Dann ist es wichtig, die Streithähne ruhig anzusprechen, sachlich zu bleiben und nicht auf ein «Du» zu verfallen. Außerdem rät Frohloff dazu, Augenkontakt zu halten. Und was der Streitschlichter unbedingt beherzigen muss: Körperkontakt um jeden Preis vermeiden. Denn ein Anfassen erhöht nur das Risiko, dass der Konflikt eskaliert und sich der Schlichter plötzlich mitten im Handgemenge wiederfindet, erklärt Frohloff.

Wer selbst das Ziel eines Angriffs wird, sollte ebenfalls nicht «Hilfe» schreien, sondern besser «Feuer», rät Frohloff. Damit bekomme er mehr Aufmerksamkeit als mit einem Hilfeschrei - außerdem überrascht er den Angreifer eventuell und bringt ihn so aus dem Konzept. Auch in dieser Situation empfiehlt es sich, den Angreifer durchgehend mit «Sie» anzureden - so wissen Außenstehende, dass dies kein Streit unter Freunden ist. Für das Schlichten von Konflikten im eigenen Freundeskreis empfiehlt Frohloff, so früh wie möglich - mit Worten - dazwischenzugehen.

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