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„Ophelia“ zieht weiter : Nach dem Sturm: Chaos in Irland und eine rötliche Sonne über Norddeutschland

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In Irland sterben mindestens drei Menschen. Der Sturm zieht in Richtung Schottland weiter.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 12:01 Uhr

Dublin/Belfast/Edinburgh | Nach dem wohl heftigsten Sturm in Irland seit 50 Jahren kehrt das Land am Dienstag langsam in die Normalität zurück. Der irische Wetterdienst hob in der Nacht die rote Sturmwarnung auf. Die Schulen blieben nach Angaben des Bildungsministeriums zwar noch einen Tag geschlossen, die Universitäten sollten aber wieder öffnen. Busse und Züge sollten den Verkehr wieder aufnehmen. Auch der Flughafen Dublin werde wieder öffnen, berichtete der Sender RTÉ in der Nacht zum Dienstag. Dem Energieunternehmen ESB zufolge wird es schwierig, die Stromversorgung überall wiederherzustellen.

Im britischen Nordirland sollten die Schulen dagegen am Dienstag ebenfalls geschlossen bleiben. Der britische Wetterdienst warnte vor umherfliegenden Trümmerteilen. Auch mit Stromausfällen und Überschwemmungen in Küstennähe sei zu rechnen.

Starker Wellengang in Ardglass (Großbritannien).

Starker Wellengang in Ardglass (Großbritannien).

Foto: dpa
 

Für Schottland, Wales und den Nordwesten Englands wurden starke Winde vorausgesagt. An der Westküste Schottlands sei zudem mit Hochwasser zu rechnen. Meteorologen zufolge sei aber weit weniger schlimmes Unwetter zu erwarten als am Vortag in Irland.

Gruselige Stimmung vor dem Palace of Westminster in London.

Gruselige Stimmung am Montag vor dem Palace of Westminster in London.

Foto: dpa

Auch in Norddeutschland zeigten sich am Morgen Spuren von „Ophelia“: die Sonne erschien rötlich und verbreitete ein mattes Licht. Die Verdunkelung kommt von Saharastaub und Rußpartikeln, die von Ex-Hurrikan nach Norden gezogen wurden.

Die Sonne über Hamburg nach „Ophelia“.

Die Sonne über Hamburg nach „Ophelia“.

Foto: dpa
 

Rückblick Irland: Stromausfall, Unfälle, abgedeckte Dächer

Der frühere Hurrikan „Ophelia“ hatte das öffentliche Leben in Irland Land am Montag weitgehend lahmgelegt. Drei Menschen kamen ums Leben. Am Nachmittag starb ein Mann im Osten des Landes, als ein Baum auf sein Auto stürzte.

Zuvor war eine etwa 50-jährige Autofahrerin im Süden des Landes ebenfalls von einem umstürzenden Baum getötet worden. Ein Mann Anfang 30 kam im Süden Irlands bei einem Unfall mit einer Motorsäge um, als er versuchte, einen umgestürzten Baum zu beseitigen.

Der Sturm zwang die Behörden dazu, Straßen zu sperren.

Der Sturm zwang die Behörden dazu, Straßen zu sperren.

Foto: dpa
 

Der Sturm hatte die irische Atlantikküste am Montagmorgen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde erreicht und war im Laufe des Tages über die Insel hinweg in Richtung Großbritannien und Nordirland gezogen. Dem Energieunternehmen ESB Networks zufolge waren etwa 360.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten.

Der Wind hat auch in Dublin besonders in der Nähe des Meers viel Kraft.

Der Wind hat auch in Dublin besonders in der Nähe des Meers viel Kraft.

Foto: dpa
 

Das Dach eines Fußball-Stadions in Cork im Süden des Landes stürzte teilweise ein. „Ophelia“ ist bereits der zehnte Hurrikan, der sich in dieser Saison über dem Atlantik zusammengebraut hat. Der Sturm erreichte Mitte vergangener Woche südwestlich der Azoren seinen Höhepunkt, seitdem bewegt er sich in Richtung Nordosten.

Mit dem Eintritt in kühlere Regionen hat „Ophelia“ teilweise an Kraft verloren und ist nun kein Hurrikan mehr.

 

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