zur Navigation springen

"Birdwatchers" : Mystik und Realität auf Kollisionskurs

vom

Das Leben in den Reservaten Brasiliens ist äußerst perspektivlos. Als sich eines Tages Indio-Teenager im Regenwald erhängen, haben Häuptling Nadio und sein Schamane genug.

shz.de von
erstellt am 15.Jul.2009 | 10:29 Uhr

Im brasilianischen Mato Grasso gehören die Kaffeeplantagen den weißen Fazendeiros. Ihre Ländereien sind riesig, die Kaffeepflanzen genverändert, ihr Reichtum ungeheuer. Er wird noch vergrößert durch die Einnahmen aus den "Birdwatching"-Touren für Touristen. Als Fotoattraktion müssen die Guarani-Kaiowa-Indianer herhalten, die ansonsten ein klägliches Dasein in ihren Reservaten führen. In großartigen Aufnahmen zeigt Regisseur Marco Bechis, der mit diesem Film 2008 für den Goldenen Löwen nominiert war, die landschaftlichen Kontraste zwischen riesigen Urwäldern und weiten Kaffeeplantagen. Und er prangert die Ausbeutung der vertriebenen Ureinwohner durch die Weißen an, die die Indianer und eigentlichen Herren des Landes, zur Staffage degradiert haben. Nach dem Selbstmord zweier Stammesangehöriger, wagt ein Häuptling den Aufstand: Er will mit seinem Stamm zurück zu den Stätten seiner Ahnen. Obwohl sie juristisch im Recht sind, werden die Guarani-Kaiowas von den Weißen nun mit Pflanzenschutzmitteln, Zermürbungstaktik und letztlich mit nackter Gewalt bekämpft. Ein eindringlicher Film, sowohl wegen seiner fantastischen Bilder als auch wegen der Dramatik seiner Geschichte. (Birdwatchers - Im Land der roten Menschen, Italien/Brasilien 2008, 108 Min., FSK o.A., von Marco Bechis, mit Matheus Nachtergaele, Chiara Caselli, Claudio Santamaria).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen