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Russischer Oppositionsführer : Mordfall Boris Nemzow: Todesschütze zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt

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Nemzow war im in Moskau unweit des Kremls auf einer Brücke erschossen worden. Die Täter waren schnell gefasst.

Moskau | Im Mordfall des russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat ein Moskauer Militärgericht den Todesschützen zu 20 Jahren Straflager verurteilt. Vier Komplizen erhielten Haftstrafen zwischen 11 und 19 Jahren, wie die Agentur Tass am Donnerstag meldete.

Es kann in Russland tödlich sein, sich gegen das System zu stellen. 2006 wurde die kremlkritische Journalistin Anna Politkowskaja erschossen. Abgeordnete, Publizisten, Anwälte oder Ex-Geheimdienstler wurden getötet. Gemeinsam haben die Fälle, dass die russische Justiz die Auftraggeber nicht ermitteln konnte oder vielleicht auch nicht wollte.

Zudem belegte der Richter Juri Schitnikow die fünf Angeklagten aus dem russischen Nordkaukasus demnach mit Geldstrafen von jeweils 100.000 Rubel, das sind knapp 1500 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Todesschützen lebenslange Haft beantragt, für die Mitangeklagten 17 bis 23 Jahre. Das Urteil war bereits am 3. Juni gefallen. Die zwölf Laienrichter sprachen die Angeklagten nach drei Tagen Beratung schuldig.

Nemzow war im Februar 2015 in Moskau unweit des Kremls auf einer Brücke erschossen worden. Dort liegen jeden Tag frische Blumen. Seit dem 27. Februar 2015 pflegen und bewachen russische Oppositionsanhänger die inoffizielle Gedenkstätte.

Der Schütze und seineKomplizen wurden im Fall Nemzow rasch gefasst und ihre Schuld nachgewiesen - auch in den Augen kritischer Moskauer Medien, die parallel recherchierten. Die Angeklagten gehören zum Umfeld tschetschenischer Polizeitruppen, kommandiert vom selbstherrlichen Republikchef Ramsan Kadyrow. Doch in Tschetschenien versanden die Spuren bislang.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 11:50 Uhr

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