zur Navigation springen

"Keep Surfing" : Mitreißende Surfer-Doku aus München

vom

Statt Bier, Brezn, bayerischer Gemütlichkeit: Regisseur Björn Richie Lob zeigt in seinem gelungenen Film die sportliche Seite der bayrischen Hauptstadt.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 05:15 Uhr

München heißt für Viele: Bier, Brezn, bayerische Gemütlichkeit. Doch die Landeshauptstadt Bayerns kann auch anders. Seit mehr als 30 Jahren ist die inzwischen weltberühmte Eisbach-Welle ein Mekka für Surfer und Lebenskünstler aus aller Welt. Regisseur, Produzent und Eisbach-Surfer Björn Richie Lob hat der berühmten Welle im Englischen Garten ein Denkmal gesetzt. Sein Dokumentarfilm "Keep Surfing" wurde im vergangenen Jahr auf dem Filmfest München von den Zuschauern zum beliebtesten Film des Festivals gewählt.
In rund 90 Minuten erzählt Lob die Geschichte von Menschen, die unterschiedlicher fast nicht sein könnten. Einer ist Arzt, ein anderer baut hauptberuflich Didgeridoos, die traditionellen Musikinstrumente der australischen Ureinwohner. Ein Informatiker ist dabei und ein Kameramann und Vater von zwei Töchtern. Auf die Frage, wie oft ihr Vater denn Surfen gehe, fragt die inzwischen erwachsene Tochter nur ironisch zurück: "Am Tag?"
Film über Individualisten
Was diese Menschen gemeinsam haben: Die Liebe zum Surfen, das Schicksal, als Wasserratte in einer Stadt zu leben, die viel zu weit weg ist vom Meer, und den unbändigen Wunsch nach ihrer ganz persönlichen Freiheit. Die Leute am Eisbach haben ihre Nische gefunden. "Jeder macht sein eigenes Ding und man sieht sich am Eisbach", heißt es in diesem Film über Individualisten, der - so sagt es die Produktionsfirma und sie hat damit Recht - das anarchische Herz der Stadt zeigt.
Der Film dokumentiert, wie sich die Surfer beim Jahrhunderthochwasser 2002 in die Fluten der Isar stürzten, aus der Luft von Polizisten im Hubschrauber dazu aufgefordert wurden, sofort aus dem Wasser zu kommen, und nur knapp der tödlichen Gefahr oder einer Verhaftung entgingen. Mit diesen spektakulären Szenen, alten Bildern von den Anfängen auf der Eisbach-Welle und vor allem mit sehr persönlichen Interviews mit den Surfern zeichnet der Film die Entstehung der inzwischen weltbekannten Surfgemeinschaft nach.
Fünf Jahre haben die Arbeiten an dem Film gedauert
Vor mehr als 30 Jahren kamen die ersten Surfer auf die Idee, auf der Isar-Welle zu reiten. Wenn die Welle einmal nicht funktionierte, legten sie und namentlich der "Hausmeister" der Eisbachwelle, Walter Strasser, selbst Hand an, um sie wieder in Gang zu bringen. Strasser baute Planken in die Eisbachwelle ein, die überhaupt nur dafür sorgen, dass die Welle jederzeit stabil ist. Im Endeffekt hat der Eisbach mein ganzes Leben bestimmt, erinnert sich der Münchner Quirin Rohleder, der hier zum ersten Mal auf einem Surfbrett stand und inzwischen nach Frankreich ausgewandert ist, um dort mit dem Surfen sein Geld zu verdienen.
Fünf Jahre haben die Arbeiten an dem Film gedauert, sagt Regisseur Lob. Es habe sehr lange gedauert, einige Protagonisten zu überzeugen, vor laufender Kamera zu erzählen. Doch die Ausdauer und Hartnäckigkeit haben sich gelohnt: Der Film ist eine mitreißende, spannende, witzige und vor allem emotionale Dokumentation geworden, in der der Zuschauer in jeder Sekunde die Liebe aller Beteiligten zum Surfen und ein wenig auch zu München spürt. Der Regisseur sagt dazu: ""Keep Surfing" ist das Ergebnis all dessen, was ich an meinem Leben liebe."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen