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Familie : Mit dem Ex in einer Klasse: Keine Chance für «Kein Kontakt!»

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Eine Trennung tut weh. Am besten ist es, den Kontakt mit der verflossenen Liebe erstmal konsequent abzubrechen. Das ist aber nicht möglich, wenn der oder die Ex in der gleichen Klasse sitzt. Das Dilemma lässt sich nicht lösen - aber abmildern.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 09:16 Uhr

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, ist das in den meisten Fällen schmerzhaft und traurig - vor allem , wenn es sich um die erste große Liebe handelt. Mühsam und zum Scheitern verurteilt erscheinen dann die Versuche, den anderen zu vergessen. Und was, wenn der oder die Verflossene zu allem Unglück jeden Tag in der gleichen Klasse sitzt und allein schon räumlich ständig präsent ist? «Der Liebeskummer kann dann länger dauern», sagt Jutta Stiehler, Leiterin des Dr.-Sommer-Teams der Zeitschrift «Bravo».

Singleberater Christian Thiel aus Berlin weiß, wie die wichtigste Regel bei Liebeskummer lautet: «Kein Kontakt!» In der Schulklasse ist das natürlich ein Problem. Als Notlösung bleibe nur so wenig Kontakt wie möglich. «Keine Anrufe, keine SMS, keine Mails, nur höfliches Begrüßen.»

Sich so zu verhalten, löst das Problem jedoch nicht. «Man kann natürlich versuchen, sich möglichst aus dem Weg zu gehen und gewisse Berührungspunkte zu meiden wie Gruppenarbeit oder gemeinsame Pausen», sagt Nina Pirk von der Nummer gegen Kummer in Wuppertal. «Trotzdem sieht man sich ja täglich, und die Mitschüler beobachten die Situation neugierig.» Das sei vor allem am Anfang belastend.

Diese unangenehme Situation müssen Jugendliche erst einmal ertragen. «Es gibt kein Patentrezept», sagt Pirk. Aber beide können versuchen, vernünftig damit umzugehen. Christian Thiel empfiehlt: «Am besten mit niemandem aus der Klasse über die verflossene Liebe reden.» Jugendliche müssten ihr Leid außerhalb der Klasse bewältigen. «Im Freundeskreis, bei dem es wirklich nicht die Runde macht, bei Freunden, die sicher nichts erzählen.»

Dass keine pikanten Details aus der Beziehung oder persönliche Befindlichkeiten weitererzählt werden sollten, gilt im Übrigen für beide. «Es gibt keine Regel, die besagt, dass es demjenigen besser geht, der sich getrennt hat», sagt Thiel. «Man kann dieser Person nur den gleichen Ratschlag geben: nicht über den oder die Ex reden.»

Ein weiterer Tipp von Nina Pirk, um in bestimmten Momenten nicht zu sehr gekränkt zu werden: Mögliche Situationen, die im Schulalltag auf einen zukommen könnten, durchspielen und überlegen, wie man reagieren möchte. «Das kann einem mehr Sicherheit in der Situation geben.» Es könne bei der Verarbeitung schlechter Gefühle helfen, solche Überlegungen gemeinsam mit Freunden durchzuspielen.

Wer Glück hat, trennt sich kurz vor Beginn der Ferien - denn diese bieten Zeit für einen Tapetenwechsel, sagt Thiel. «Man kann weit wegfahren oder im Sommer einen sechswöchigen Schüleraustausch machen.» Das sei eine gute Strategie für mehr Abstand. «Räumliche Trennung jeder Art kann eine Hilfe sein.»

Von einem Klassenwechsel wegen dem oder der Ex halten die Experten wenig. «Man kann nicht einfach die Klasse wechseln oder die Traurigkeit, die einfach da ist, wegwischen», sagt Jutta Stiehler. Und auch Nina Pirk findet: «Das ist eine radikale Maßnahme, die selbst bei schweren Mobbingfällen erst als letzte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden sollte.»

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