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Flüchtlinge in Myanmar und Tunesien : Mindestens 20 Tote bei Schiffsunglücken

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Viele Rohingya flüchten mit dem Boot aus Myanmar. Auch aus Tunesien machen sich vermehrt Flüchtlinge auf den Weg.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 15:45 Uhr

Cox's Bazar/Tunis | Bei zwei Schiffsunglücken in Südostasien und vor der Küste Nordafrikas sind mindestens 20 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Dutzende weitere Flüchtlinge wurden noch vermisst.

Beim Kentern eines Bootes mit Rohingya-Flüchtlingen starben im Grenzfluss Naf zwischen Myanmar und Bangladesch mindestens zwölf Menschen, die Mehrheit Frauen und Kinder.

Vor der Ostküste Tunesiens seien mindestens acht Migranten ertrunken, als ein Marineschiff mit einem Flüchtlingsboot zusammengestoßen sei, erklärte das tunesische Verteidigungsministerium am Montag.

Das Boot auf dem Naf hatte nach Angaben der bengalischen Regionalbehörden rund 50 Menschen an Bord, als es in der Nacht an der Mündung des Flusses in den Golf von Bengalen sank. 15 Passagiere seien gerettet worden, zahlreiche weitere würden noch vermisst. Mehr als 150 Rohingya-Flüchtlinge waren bereits in den vergangenen Wochen beim Versuch ertrunken, nach Bangladesch zu gelangen.

Seit Ende August sind nach UN-Angaben 515.000 Rohingya aus Myanmar in das überwiegend muslimische Nachbarland geflohen. Rund 100.000 weitere warten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf eine Möglichkeit, ihnen zu folgen. Nach Angriffen einer Rohingya-Miliz auf mehrere Polizei- und Armeeposten hatte das Militär des mehrheitlich buddhistischen Myanmar begonnen, Angehörige der muslimischen Minderheit zu vertreiben.

Zu dem Zusammenstoß mehr als 50 Kilometer vor der Ostküste Tunesiens kam es, als sich ein Marineschiff am Sonntagabend dem Flüchtlingsboot annäherte, wie das Verteidigungsministerium des Landes mitteilte.

Rund 20 Menschen würde noch vermisst, twitterte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Das gekenterte Flüchtlingsboot habe zwischen 70 und 80 Passagiere an Bord gehabt.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 38 Migranten gerettet. Bei ihnen handele es sich um Tunesier. Die Suche nach Überlebenden gehe weiter. Eine Untersuchung solle die Umstände der Unglücks aufklären.

In Italien gab es zuletzt Berichte, dass wieder vermehrt Migranten von Tunesien aus über das Mittelmeer flüchten. Über Libyen kamen dagegen in den vergangenen Wochen wesentlich weniger Migranten in Italien an.

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