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Neuer Bericht von Recherchenetzwerk : MH17: Buk-Rakete von russischer Abschussrampe abgefeuert

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Die Maschine der Malaysia-Airlines wurde laut Bellingcat von einer russischen Rakete getroffen. Russland wiegelt ab.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2016 | 13:30 Uhr

Amsterdam | Flug MH17 der Malaysia Airlines ist nach Angaben der britischen Recherchegruppe „Bellingcat“ von einer Luftabwehrrakete des Typs Buk über der Ostukraine abgeschossen worden, die zu den russischen Streitkräften gehörte. Bei einer kurz vor dem Abschuss vom 17. Juli 2014 in der Ostukraine gesichteten mobilen Abschussrampe habe es sich eindeutig um ein russisches und nicht um ein ukrainisches Fahrzeug gehandelt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Seit dem Absturz machen sich die Ukraine und Russland gegenseitig für den Abschuss verantwortlich. Unklar ist, von welchem Gebiet aus die Rakete abgefeuert wurde. Teile der Ostukraine werden von prorussischen Separatisten kontrolliert. Immer wieder gibt es Spekulationen um russische Soldaten in der Ukraine.

Beim Abschuss der Boeing 777 waren 298 Menschen ums Leben gekommen. Das niederländische Amt zur Untersuchung von Flugzeugunglücken hatte im Oktober 2015 festgestellt, Flug MH17 sei von einer Buk-Rakete abgeschossen worden. Die Ukraine beschuldigt die von Russland unterstützen Separatisten in der Ostukraine der Tat.

Russland weist diese Vorwürfe zurück und argumentiert, auch die Ukraine verfügte über Buk-Raketen. In der Ostukraine seien nie russische Soldaten eingesetzt worden. Das Recherchenetzwerk teilte mit, es habe unter anderem dank Fotos russischer Soldaten aus sozialen Netzwerken im Internet die mobile Abschussrampe eindeutig identifizieren können. Das Fahrzeug war bisher lediglich unter dem Namen „3X2“ bekannt, weil die mittlere Zahl an der Außenwand unleserlich war. Tatsächlich handele es sich ohne jeden Zweifel um die Zahl 332, die die Zuordnung zur Einheit in Kursk ermögliche.

Das fragliche Abschussfahrzeug unterscheide sich in einer Reihe von Details - unter anderem durch Beschädigungen, besondere Kabelverbindungen und Eigenheiten der Laufräder - von allen anderen Buk-Fahrzeugen, heißt es in dem Bericht. Kritiker vor allem in Russland monieren allerdings, es gebe keinen Beweis dafür, dass die Rakete tatsächlich von dem fotografierten Fahrzeug abgeschossen wurde.

Bellingcat teilte mit, man habe die Ermittlungsergebnisse den niederländischen Behörden übergeben. Diese wollen in der zweiten Jahreshälfte einen Abschlussbericht über die Verantwortlichen des Abschusses vorlegen.

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