Tote bei Musikfestival in England : „Mein kleines Mädchen war noch voller Lebensfreude“

<p>Der Start in Englands Festivalsaison hätte nicht tragischer sein können.</p>

Der Start in Englands Festivalsaison hätte nicht tragischer sein können.

Ein Musikfestival in England wurde nach zwei Todesfällen abgebrochen. Die Mutter eines der Opfer schrieb ein emotionales Statement.

shz.de von
28. Mai 2018, 16:08 Uhr

Portsmouth | Es ist ein mehr als tragischer Start in Englands Festivalsaison: Zwei junge Menschen (18 und 20 Jahre) erkrankten beim Munity-Festival in Portsmouth unter mysteriösen Umständen und kamen später im Krankenhaus ums Leben. Die Veranstalter entschieden daraufhin, das Festival abzubrechen. 

„Mein kleines Mädchen war erst 18 Jahre jung und noch voller Lebensfreude“, postet Janine Milburn auf Facebook. Sie ist nach eigenen Angaben die Mutter der 18-Jährigen Georgia Jones, die Samstagnacht ihr Leben verlor. Außerdem erklärt die Mutter in ihrem Post, dass ihr kleines Mädchen aufgrund von Drogenkonsum gestorben sei und mahnt alle anderen Jugendlichen davor, nicht dasselbe Ende wie ihre Tochter zu finden. 

15 Festivalbesucher kamen ins Krankenhaus

Der 20-jährige junge Mann war Tommy Cowan, wie die Portsmouth Zeitung „The News“ berichtet. Sein Vater sagte gegenüber der Zeitung: „Er war witzig und liebte das Leben. Er war ein guter Junge, der unglücklicher Weise eine falsche Entscheidung getroffen hat.“ Beide Opfer sollen aus dem kleinen Ort Havant, in der Nähe von Portsmouth stammen.

Insgesamt mussten 15 Festivalbesucher am Samstagabend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Organisatoren sagten daraufhin das Programm für den zweiten Festivaltag am Sonntag ab und veröffentlichten ein Statement, worin Besucher aufgefordert werden, „alle Stoffe verantwortungsvoll zu entsorgen.“

Das Krankenhaus erklärte, dass die Einlieferungen zwar nicht notwendigerweise alle auf Drogenkonsum zurückzuführen sein müssen, aber trotzdem hat es die Debatte um sogenannte Drogen-Reinheitstests auf Festivals neu befeuert. Deren Befürworter gehen davon aus, dass damit deutlich weniger Menschen durch verunreinigte Drogen zu Schaden kommen würden. In Ländern wie der Schweiz sind diese bereits im Einsatz. Auch in Deutschland werden solche Drogenchecks gefordert – bislang erfolglos. 

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