Bombenexplosion in Mogadischu : Mehr als 230 Tote nach Anschlag in Somalia

Die schwere Explosion hat etliche Gebäude beschädigt und teilweise zum Einsturz gebracht.
Die schwere Explosion hat etliche Gebäude beschädigt und teilweise zum Einsturz gebracht.

Es sind Bilder wie aus einem Kriegsgebiet. Das Ausmaß ist kaum zu begreifen – noch immer werden Opfer geborgen.

shz.de von
16. Oktober 2017, 08:19 Uhr

Mogadischu | Nach dem verheerenden Anschlag in Somalia mit mehr als 230 Toten geht die Suche nach Opfern in den Trümmern weiter. Die schwere Explosion hat in der somalischen Hauptstadt etliche Gebäude beschädigt und teilweise zum Einsturz gebracht. Rettungskräfte suchten darin weiter nach Menschen.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Regierung machte allerdings die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Die sunnitischen Fundamentalisten verüben immer wieder Anschläge gegen Zivilisten und Sicherheitskräfte. Sie kontrollieren Teile Somalias und wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat mit strikter Auslegung des islamischen Rechts errichten.

Auf den Straßen, auf denen noch ausgebrannte Autos und Busse standen, begannen die Aufräumarbeiten. Nach dem wohl tödlichsten Anschlag in der jüngsten Geschichte Somalias steht das Land unter Schock.

Die Gewalt nimmt kein Ende: Das Bild zeigt einen zerstörten Minibus in Mogadischu. An dem Ort ist zuletzt am Donnerstag eine Bombe explodiert. 
Farah Abdi Warsameh/dpa

Die Gewalt nimmt kein Ende: Das Bild zeigt einen zerstörten Minibus in Mogadischu. An dem Ort ist zuletzt am Donnerstag eine Bombe explodiert. 

 

Am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem Lastwagen auf einer der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu in die Luft gesprengt. Dabei seien mindestens 231 Menschen ums Leben gekommen, sagten der Polizeifunktionär Ali Hassan Kulmiye und Vertreter mehrerer Krankenhäuser. Zudem sind demnach mehr als 300 Menschen verletzt worden. In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude.

Immer noch werden Menschen vermisst.
dpa

Immer noch werden Menschen vermisst.

 

Eine 22.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen Al-Shabaab. Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed nannte den Anschlag im staatlichen Rundfunk eine nationale Tragödie. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich solidarisch: Die Türkei wollte noch am Sonntag ein Militärflugzeug mit medizinischer Hilfe nach Mogadischu schicken, twitterte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin.

 

„Solidarität mit Somalia“, twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er forderte mehr Unterstützung für die AU im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy verurteilte den Anschlag.

 
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