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Moser und O'Keefe : Medizin-Nobelpreis: Ein Navi im Gehirn

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Wie funktioniert unser Orienierungssinn? Das haben drei Wissenschaftler erforscht - und erhalten die höchste Auszeichnung für Mediziner.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 12:53 Uhr

Stockholm | Für die Entdeckung eines Navigationssystems im Hirn erhalten drei Forscher in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis. Das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser sowie John O'Keefe (USA und Großbritannien) haben grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns gefunden. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit fast 880.000 Euro (acht Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. „Es ist ein Preis für eine grundlegende Entdeckung dessen, wie unser Gehirn funktioniert“, sagte Göran K. Hansson, Sekretär des Nobel-Komitees.

1971 habe John O'Keefe die ersten Komponenten des Navigationssystems entdeckt - ein Typ von Nervenzellen, der immer aktiviert wurde, sobald eine Ratte an einem bestimmten Ort innerhalb eines Raumes war. Andere Nervenzellen arbeiteten, wenn das Tier an anderen Stellen saß. O'Keefe schloss daraus, dass diese Ortszellen im Hirn eine Art Karte des Raumes formen.Mehr als drei Jahrzehnte später, im Jahr 2005, entdeckten May-Britt und Edvard Moser weitere Schlüsselkomponenten zur Orientierung. Sie nannten sie Rasterzellen, die dazu dienen, einen Weg zu finden. Danach ermittelten sie, wie Ortszellen und Rasterzellen bei der Orientierung zusammenarbeiten.

„Die diesjährigen Nobelpreisträger haben Schlüsselaspekte eines fortgeschrittenen Positionierungssystems im Gehirn herausgefunden“, sagte Ole Kiehn vom Karolinska-Institut. „Die Fähigkeit, zu wissen, wo wir sind und unseren Weg zu finden, sind bedeutend für unserer Existenz.“

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.Im vergangenen Jahr hatten der gebürtige Deutsche Thomas Südhof sowie James Rothman und Randy Schekman aus den USA die Auszeichnung erhalten. Sie hatten wesentliche Transportmechanismen in Zellen entdeckt, deren Defekte Grundlage von vielen Krankheiten sind.

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