Maya Bay auf der Insel Ko Phi Phi : Massive Umweltschäden: Thailand schließt Traumstrand aus „The Beach“

Die Touristenmassen in der Maya Bay auf den thailändischen Phi-Phi-Inseln setzt vor allem den Korallen zu.

Die Touristenmassen in der Maya Bay auf den thailändischen Phi-Phi-Inseln setzt vor allem den Korallen zu.

Um sich von den Touristen erholen zu können, ist der Strand aus dem Hollywood-Film ab Freitag für vier Monate gesperrt.

shz.de von
01. Juni 2018, 13:24 Uhr

Bangkok | Betreten verboten: Der Traumstrand aus dem Hollywood-Film „The Beach“ ist von Freitag an für vier Monate gesperrt. Damit soll sich die Maya Bay – so der offizielle Name des Strandes auf der Insel Ko Phi Phi im Süden Thailands – vom Ansturm der Touristen erholen können, die ihn regelrecht belagern.

Die Umweltschäden sind massiv. Mit Beginn der Hauptsaison im November dürfen Urlauber allerdings wieder ins Wasser - wenn auch nicht mehr bis zu 5000 Menschen wie bisher, sondern höchstens nur noch 2000.

<p>Bis November bleibt der Stand gesperrt. </p>
imago/Loop Images

Bis November bleibt der Stand gesperrt.

 

Trotz der Abhängigkeit vom Tourismus hat in Thailand langsam ein Umdenken eingesetzt. Neben Top-Zielen wie der Maya Bay sollen nun auch Orte besser geschützt werden, die bislang eher als Geheimtipp galten. Am Donnerstag gaben die Behörden bekannt, dass auf der kleinen Insel Ko Similan vor Thailands Westküste künftig keine Übernachtungen mehr erlaubt sind. Zutritt haben jetzt nur noch Tagesbesucher, die abends wieder wegmüssen.

Mit der Schließung von Maya Bay soll vor allem den dortigen Korallenbänken die Möglichkeit gegeben werden, sich zu regenerieren. Der Strand mit weißem Sand, türkisblauem Wasser und Palmen ist bei Thailand-Urlaubern extrem beliebt. Viele Touristen stellen sich ins Wasser, um vor der Traumkulisse Selfies zu machen. Aber auch Plastikmüll schwimmt herum. Immer wieder kommt es zudem vor, dass Schnorchler Korallen abbrechen. Zeitweise ankern dort Dutzende Boote. Kontrolliert wird dies von Strandwärtern über ein Schichtsystem.

„Ideal wäre nur eine dauerhafte Schließung“

Bekannt wurde der Strand vor allem durch „The Beach“, ein Film über amerikanische und europäische Rucksack-Touristen aus dem Jahr 2000 mit Leonardo DiCaprio in einer der Hauptrollen. Experten zweifeln, dass die viermonatige Pause genug ist. Der Meeresbiologe Thon Thamrongnawasawat sagte: „Zeitweise Schließungen können ein Stück weit helfen. Ideal wäre aber nur eine dauerhafte Schließung, was nicht möglich ist, weil wir vom Tourismus abhängig sind.“

Bekannt wurde der Strand vor allem durch den Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio (Mitte) in einer der Hauptrollen.
imago/United Archives
Bekannt wurde der Strand vor allem durch den Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio in einer der Hauptrollen.

Von Thailands Bruttoinlandsprodukt beruhen 20 Prozent auf Einnahmen aus dem Tourismus. Dieses Jahr rechnet das Land mit insgesamt 38 Millionen Besuchern, 3 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Auch anderswo in Südostasien reagieren die Behörden inzwischen auf Umweltschäden durch Tourismus: Die philippinische Insel Boracay, mehrfach ausgezeichnet als „schönste Insel der Welt“, ist derzeit ein halbes Jahr für alle Urlauber geschlossen.

Die philippinische Insel Boracay ist derzeit ebenfalls für ein halbes Jahr für Urlauber geschlossen.
dpa
Die philippinische Insel Boracay ist derzeit ebenfalls für ein halbes Jahr für Urlauber geschlossen.
 
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