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Silvester am Hauptbahnhof : Massive Übergriffe in Köln: Was wir wissen - und was nicht

vom
Aus der Onlineredaktion

Was geschah in der Silvesternacht in Köln? Viele Dinge sind inzwischen klar. Doch es bleiben auffällige Lücken.

von
erstellt am 06.Jan.2016 | 17:30 Uhr

Köln | In der Silvesternacht ist es in Köln zu massiven Straftaten auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domplatte gekommen. Opfer waren vor allem Frauen, mutmaßliche Täter Männer, die von Zeugen und Polizei als nordafrikanisch oder arabisch bezeichnet werden.

Was wir bisher wissen:

  • Nach der Silvesternacht zeigen im Laufe der folgenden Tage viele Frauen bei der Kölner Polizei Fälle von massiver sexueller Belästigung und Diebstählen an. Bis Mittwochabend stieg die Zahl der Anzeigen laut Polizei auf über 100. Die Taten sollen sich im Laufe der Nacht im Bereich des Kölner Hauptbahnhofes ereignet haben. In einem Fall soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein.
  • Betroffene und Zeugen beschreiben laut Medienberichten und Posts in sozialen Netzwerken ein einheitliches Vorgehen der Täter: Aus einer größeren Gruppe von Männern aus dem „arabischen oder nordafrikanischen Raum“ sollen Frauen sowohl verbal als auch tätlich belästigt und angegriffen worden sein. Mehrere Frauen seien demnach auch bestohlen worden. Als die Polizei einschritt, zersplitterte sich die Gruppe in viele kleinere.
Die Pressemitteilung der Kölner Polizei vom Neujahrsmorgen.
Die Pressemitteilung der Kölner Polizei vom Neujahrsmorgen.
  • Die Dimension der Vorwürfe wurde der Polizei offensichtlich erst nach und nach durch die Anzeigen klar. Am Neujahrsmorgen hatten sie in einer Pressemitteilung noch von „ausgelassener Stimmung“ und einer „weitgehend friedlichen Feier“ in Köln gesprochen. Als bis zum frühen Abend des 2. Januar 30 Betroffene Anzeige erstattet hatten und erste Medienberichte zu dem Thema veröffentlicht wurden, entschied sich die Polizei, eine Ermittlungsgruppe einzusetzen und am 4. Januar auf einer Pressekonferenz über die Vorfälle zu informieren. Polizeipräsident Wolfgang Albers spricht von „Straftaten einer neuen Dimension“.
  • Nach der Pressekonferenz reagiert die Politik auf allen Ebenen auf das Thema: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker beruft am Dienstag eine Krisensitzung ein, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Ein Sprecher der Stadt nennt die Taten „ungeheuerliche Vorfälle“. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) verurteilte die Berichte aus Köln als „nicht hinnehmbar“. Bundesjustizminister Heiko Maas fordert via Twitter, die Täter müssen „konsequent zur Rechenschaft gezogen werden“.

  • Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft meldet sich zu Wort und bringt die Vorfälle mit fehlendem Personal bei der Bundespolizei, die für die Sicherheit auf Bahnhöfen verantwortlich ist, in Verbindung. Der Bundesvorsitzende Rainer Wendt sagte im Radiosender NDR Info, es handele sich bei den Massenüberfällen auf Frauen in Köln und anderswo zwar nicht um organisierte Kriminalität, aber schon um „eine Absprache der Täter, die die Masse der Menschen nutzen, die Dunkelheit und den Überraschungseffekt, um nach vollzogener Tat wieder unerkannt zu entkommen“. Der Polizeigewerkschafter befürchtet deswegen, dass es sehr schwierig wird, die einzelnen Angreifer zu überführen. Wendt kritisierte, die Sicherheitsbehörden hätten zu wenig Personal, um die Bevölkerung bei solchen Veranstaltungen zu schützen.
  • Auch die Polizei in Hamburg ermittelt wegen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht, hier ist das Ausmaß allerdings weit geringer als in Köln. Die Opfer sollen jeweils von mehreren Männern mit „südländischem oder arabischem Aussehen“ an der Reeperbahn umringt und an der Brust oder im Intimbereich angefasst worden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Angaben zu den Gruppengrößen schwankten zwischen fünf oder sechs bis 20. Die Täter hätten den Frauen Handys, Papiere und Geld weggenommen. Es gehe um neun Fälle von sexueller Beleidigung, Raub und räuberischem Diebstahl. Am Mittwoch erklärte eine Polizeisprecherin, dass auch in Hamburg eine Sonder-Ermittlergruppe gebildet worden sei, um die Vorfälle aufzuklären.
  • Klar ist mittlerweile, warum die Vorfälle erst mit mehreren Tagen Verzögerung bundesweit bekannt wurden: Nach den ersten Informationen war für Journalisten nicht abzusehen, dass es sich um eine ungewöhnliche Häufung von Straftaten handelte. Dies wurde erst deutlich, als Kölner Zeitungen auf Augenzeugenberichte und Gerüchte in den sozialen Netzwerken reagierten und gezielt Nachfragen bei der Polizei stellten und diese in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag über die ungewöhnliche Dimension der Delikte informierte.
  • Die Übergriffe bekommen auch im Ausland Aufmerksamkeit. Der britische Sender BBC berichtete am Dienstag auf seiner Webseite über das Geschehen. „Das Ausmaß der Angriffe auf Frauen am Hauptbahnhof der Stadt hat Deutschland schockiert“, hieß es über den Kölner Fall. Besonders beunruhigend sei, dass die Attacken organisiert erschienen. „Ein Politiker sagt, es handelt sich lediglich um die Spitze eines Eisbergs.“ Zugleich wies der Sender auf eine weitere Sorge hin: Was passiert an Karneval in der Domstadt?

Was wir bisher nicht wissen:

  • Unklar ist bisher, wer die Täter waren. Am Mittwoch teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger mit, die Polizei habe drei Verdächtige ermittelt. Festnahmen habe es noch nicht gegeben. Zu Details wollte er sich nicht äußern, um die „schwierigen Ermittlungen“ nicht nennen. „Wir haben keine Erkenntnisse über Täter“, sagte Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers am Dienstagnachmittag. Die Boulevard-Zeitung Kölner Express zitiert einen anonymen Polizeibeamten, der am Silvesterabend am Kölner Hauptbahnhof Dienst tat, mit der Aussage, dass mehrere mutmaßliche Täter, die er kontrollierte, Asylbewerber waren. Auf Nachfrage des Kölner Stadtanzeigers hat ein Sprecher der Polizei diese Darstellung aber zurückgewiesen und erklärt, es gebe Hinweise auf die Beteiligung von polizeibekannten Intensivtätern mit nordafrikanischen Wurzeln, die bereits seit Jahren im Umfeld des Kölner Bahnhofs für Drogenhandel und Taschendiebstähle verantwortlich sein.
  • Unklar ist auch, wie viele Täter beteiligt waren und ob sie sich ihre Opfer gezielt gesucht haben. Die Taten sollen von kleinen Gruppen aus einer Menschenmenge von rund 1000 Personen verübt worden sein. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte zwar, es sei nicht hinzunehmen, dass „dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen“. Dafür, dass es sich um geplante und organisierte Verbrechen handelte, hat die Polizei bisher keine Hinweise genannt.
  • Unklar ist bisher, warum die Polizeibeamten vor Ort die offenbar massiven Delikte entweder nicht bemerkten oder sie nicht dokumentierten. Die Polizeiführung räumte ein, erst durch die nachträglichen Anzeigen von den Geschehnissen erfahren zu haben. Polizeichef Albers erklärte, bereits seit 1 Uhr in der Silvesternacht seien erste Hinweise auf die Straftaten der Polizei bekannt geworden. Diese habe auch sofort mit einer verstärkten Präsenz reagiert. Der „volle Umfang“ sei aber erst im Laufe des nächsten Tages klar geworden. Die Zahl der Anzeigen gibt Albers mit 90 an. Er rechne mit weiteren. Einzelne Betroffene berichten, die Beamten hätten sie nicht ernst genommen. Ob die Polizei überfordert war oder schlicht „überrumpelt“ wurde, wie der Kölner Stadtanzeiger vermutet, ist sicher noch zu klären.

 

Chronologie: Wie die Übergriffe von Köln bekannt wurden

  • 31. Dezember: Ab etwa 21 Uhr versammeln sich Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domplatte. Im Laufe der Nacht kommt es in diesem Bereich zu Überfällen und massiver sexueller Belästigung von Frauen.
  • 1. Januar, 11.43 Uhr: Am Neujahrstag vermelden Medien die Polizei- und Feuerwehrbilanz der Silvesternacht. Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt: „Die Silvesternacht in Köln ist laut Polizei relativ friedlich verlaufen. Zwischen 18 Uhr und 6 Uhr mussten die Beamten 94 Platzverweise aussprechen. Kurz vor Mitternacht wurde der Bahnhofsvorplatz an der Dom-Treppe geräumt: Bei rund 1000 Feiernden befürchteten die Beamten eine Massenpanik. Trotz der ungeplanten Feierpause blieb die Lage relativ entspannt - man habe an neuralgischen Orten Präsenz gezeigt, teilten die Beamten mit.“

 

Ausgelassene Stimmung - Feiern weitgehend friedlichDie Polizei Köln zieht BilanzWie im Vorjahr verliefen die meisten...

Posted by Polizei NRW Köln on  Freitag, 1. Januar 2016

 

  • 1. Januar, 14.20 Uhr: Auf der Facebookseite der Kölner Polizei kommentiert ein Nutzer: „@Polizei NRW Köln, es war alles wie immer Vorjahr? Was ist den an den Berichten zu Schlägereien und sexueller Übergriffe gegen zahlreiche Frauen von Massen an Arabisch sprechender Männer am Kölner Hauptbahnhof dran ?“ Auch auf den Facebookseiten regionaler Tagezeitungen tauchen erste Kommentare von Betroffenen und Zeugen auf, die über ihre Erlebnisse am Silvesterabend berichten.

 

Frohes NEUES 2016!Wie habt ihr das Kölner Feuerwerk gesehen?Postet hier eure Eindrücke und Bilder...

Posted by EXPRESS on  Donnerstag, 31. Dezember 2015

 

  • 1. Januar: Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet über zwei Frauen, die sexuell belästigt worden seien. Eine 22-Jährige berichtet: „Die waren mit ihren Händen wirklich überall. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Die Täter seien fünf unbekannte Männer gewesen. Ein Passant habe offenbar den Ernst der Lage erkannt und kam den Frauen zur Hilfe. Weiter heißt es in dem Bericht: „Die Polizisten am Bahnhof hätten die Situation heruntergespielt, so die 22-Jährige: ,Die Polizisten haben gesagt, da könne man nichts machen und man solle auf seine Sachen aufpassen.' Inzwischen haben die beiden Frauen Anzeige erstattet.“ Weiter wird in dem Artikel auf eine Facebook-Debatte verwiesen, deren Posts wegen ausländerfeindlicher Aussagen teilweise gelöscht worden seien.
  • 2. Januar, 16.58 Uhr: Die Kölner Polizei wendet sich am Sonnabend an die Öffentlichkeit. In einer Polizeimeldung, die die Medien über den Pressedienst OTS erhalten, versendet ein Pressesprecher die Information über „unterschiedliche Vorfälle, bei denen Frauen Opfer von Übergriffen geworden sind“. Bis dahin hatten demnach knapp 30 Betroffene Anzeige erstattet und ein ähnliches Vorgehen der Täter geschildert. Die Tätergruppen variierten „von zwei bis drei nach Zeugenaussagen nordafrikanisch Aussehenden bis zu 20 Personen. Die Verdächtigen versuchten durch gezieltes Anfassen der Frauen von der eigentlichen Tat abzulenken - dem Diebstahl von Wertgegenständen. Insbesondere Geldbörsen und Mobiltelefone wurden entwendet. In einigen Fällen gingen die Männer jedoch weiter und berührten die meist von auswärts kommenden Frauen unsittlich.“ Die Polizei richtete eine Ermittlungsgruppe ein.
Die Polizeimeldung im Wortlaut

POL-K: 160102-1-K Übergriffe am Bahnhofsvorplatz - Ermittlungsgruppe gegründet

02.01.2016 – 16:58

Köln (ots) - Im Laufe des Neujahrtages (1. Januar) erhielt die Polizei Köln Kenntnis über unterschiedliche Vorfälle bei denen Frauen Opfer von Übergriffen geworden sind. In der Silvesternacht nutzten Tätergruppen das Getümmel rund um den Dom und begangen Straftaten unterschiedlicher Deliktsbereiche. Die Polizei Köln hat eine Ermittlungsgruppe zur Aufklärung der Fälle eingerichtet.

Bei der Polizei Köln und der Bundespolizei erstatteten bis zum jetzigen Zeitpunkt knapp 30 Betroffene Anzeige und schilderten in diesen Fällen die gleiche Vorgehensweise der Täter. Die Geschädigten befanden sich während der Neujahrsfeier rund um den Dom und auf dem Bahnhofsvorplatz, als mehrere Männer sie umzingelten. Die Größe der Tätergruppen variierte von zwei bis drei, nach Zeugenaussagen nordafrikanisch Aussehenden bis zu 20 Personen. Die Verdächtigen versuchten durch gezieltes Anfassen der Frauen von der eigentlichen Tat abzulenken - dem Diebstahl von Wertgegenständen. Insbesondere Geldbörsen und Mobiltelefone wurden entwendet. In einigen Fällen gingen die Männer jedoch weiter und berührten die meist von auswärts kommenden Frauen unsittlich.

Zur Klärung der Taten und Tatzusammenhänge hat die Polizei Köln eine Ermittlungsgruppe gegründet. Zur Arbeit der Ermittler gehört unter anderem die Auswertung umfangreicher Videoaufnahmen.

Weitere Geschädigte, die sich in der Silvesternacht am Bahnhofsvorplatz und um den Dom in der Zeit zwischen Mitternacht und vier Uhr aufgehalten haben und noch keine Anzeige erstattet haben, werden gebeten sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 12 unter der Rufnummer 0221/ 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen. (st)

  • 2. Januar: Der Kölner Stadt-Anzeiger geht am Tag nach den Übergriffen ausführlicher auf die mutmaßlichen Täter ein: Es soll sich um „mehr als 40 verschiedene Täter handeln, die sich aber untereinander kennen“. Der Bericht greift wieder Internetgerüchte auf, wonach es sich bei den Tätern um Flüchtlinge handeln soll. Dies wies die Polizei auf Anfrage des Kölner Stadt-Anzeigers zurück. Ein Ermittler habe gesagt: „Die bisherigen Hinweise gehen deutlich in Richtung polizeibekannte Intensivtäter. Mit Flüchtlingen haben die nichts zu tun.“
  • 3. Januar, 11.34 Uhr: Nach einem erneuten Übergriff am Hauptbahnhof nimmt die Bundespolizei fünf Verdächtige fest. Sie hatten offenbar mehrere Frauen bedrängt und bestohlen. Es muss noch geklärt werden, ob die jungen Männer zwischen 18 und 24 Jahren auch für Taten in der Silvesternacht infrage kommen. Die Polizei erklärt, die Verhafteten stünden nicht in dringendem Tatverdacht im Zusammenhang mit der Silvesternacht.
Die Polizeimeldung vom 3. Januar im Wortlaut

POL-K: 160103-1-K Fünf Verdächtige nach Übergriffen am Bahnhof festgenommen

03.01.2016 – 11:34

Köln (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Polizei Köln und der Bundespolizei:

Heute Morgen (3. Januar) haben Beamte der Bundespolizei fünf Verdächtige (18, 19, 21, 22, 24) auf einem Bahnsteig des Breslauer Platzes festgenommen. Die Männer hatten zuvor weibliche Reisende bedrängt. Bei einem weiteren Geschädigten (25) entwendeten die Täter ein Mobiltelefon.

Gegen 4.20 Uhr gingen bei der Polizei Köln über den Notruf "110" Hinweise zu Übergriffen durch eine Personengruppe an Stadtbahnhaltestelle Dom-Hauptbahnhof ein. Sofort alarmierte Beamte der Bundespolizei stellten die fünf Verdächtigen auf dem Bahngleis 10/11 des Kölner Hauptbahnhofes. Nach Zeugenaussagen hatten drei der Täter wenige Minuten zuvor mehrere Frauen angesprochen und bedrängt. "Ich sah die Polizisten auf dem Bahnsteig. Ich meldete sofort, dass ich von zwei Männern aus der Gruppe beklaut worden war", so der 25-Jährige. Auch der Geschädigte war zuvor durch "Antänzer" körperlich bedrängt worden. Die Täter hatten versucht durch Unterhaken und Bein stellen von ihrem Vorhaben abzulenken. Es klickten die Handschellen.

In den Taschen und Jacken der Täter fanden die Beamten nicht nur das Handy des Geschädigten. Für weitere Mobiltelefone und ein Tablet konnten die in Köln nicht Wohnhaften keinen Eigentumsnachweis erbringen.

Die Bundespolizei übergab die Festgenommenen der eingerichteten Ermittlungsgruppe der Polizei Köln. Zurzeit wird geprüft, ob das Quintett für Taten aus der Silvesternacht in Betracht kommt. Die Ermittlungen dauern an. (st)

  • 4. Januar, 14.00 Uhr: Auf einer Pressekonferenz informiert die Polizei erstmals umfassender über die Silvesternacht. Laut Michael Temme, Direktor Gefahrenabwehr bei der Polizei Köln, war der Einsatz in der Silvesternacht „in jeder Hinsicht außergewöhnlich“. Gegen 21 Uhr hatten sich knapp 500 junge Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, die betrunken Feuerwerkskörper in die Menge warfen. Dabei soll es sich um Männer aus dem nordafrikanischen Raum gehandelt haben, so die Ermittler. Ob sich diese zufällig dort trafen oder ob sie verabredet waren, könne man derzeit nicht sagen. Als die Gruppe auf etwa 1000 Menschen anwuchs, kippte die Stimmung plötzlich, der Platz musste geräumt werden. Festnahmen gab es keine. Die Versammlung zerstreute sich in mehrere kleine Gruppen. Die Beamten sprechen von 60 Anzeigen von Frauen wegen Belästigung und Diebstählen in der Silvesternacht.
  • 5. Januar, 15.30 Uhr: Nach einer Krisensitzung mit den Spitzen der Kölner Polizei tritt Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor die Presse und kündigt, vor dem Hintergrund der Ereignisse neue Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen in der Stadt an. Polizeipräsident Wolfgang Albers erklärt, dass die Polizei bislang keine Erkenntnisse über die Täter habe. Er entschuldigte sich für die erste Polizeimeldung zum Verlauf der Silvesternacht am 1. Januar. Diese sei falsch gewesen. „Wir haben die Informationen nicht richtig zusammengeführt.“ Bereits seit 1 Uhr nachts seien erste Hinweise auf die Straftaten der Polizei bekannt gewesen. Diese habe auch sofort mit einer verstärkten Präsenz reagiert. Der „volle Umfang“ sei aber erst im Laufe des nächsten Tages klar geworden, so Albers. Die Zahl der Anzeigen gibt Albers mit 90 an. Er rechne mit weiteren Anzeigen.

(mit dpa)

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