Fussball-WM 2014 : Maskottchen „Fuleco“ – der „Arsch“

Ronaldo und WM-Maskottchen Fuleco machen Werbung für die Fußball-WM 2014 in Brasilien.
Ronaldo und WM-Maskottchen Fuleco machen Werbung für die Fußball-WM 2014 in Brasilien.

Das Maskottchen der Fußball-WM 2014 ist ein Gürteltier und heißt „Fuleco“. Blöd nur, dass den Namensgebern dabei die Bedeutung des Wortes im Portugiesischen entgangen ist.

shz.de von
28. März 2014, 19:23 Uhr

Das Maskottchen der Fußball-WM 2006 in Deutschland hieß „Goleo“, war ein zotteliger Löwe, der Ähnlichkeiten mit Samson aus der Sesamstraße hatte. Die Brasilianer schicken nun für 2014 „Fuleco“ ins Rennen. Der gelb-blaue Geselle ist ein fröhliches Kugelgürtel.

Sollte der Name in Verbindung mit dem knuffigen Aussehen des Gürteltieres das Herz des Fußballfans nicht zum Schmelzen bringen, so kann vielleicht seine Bedeutung den Menschen Anerkennung für „Fulecos“ Erfinder abgewinnen. Sein Name setzt sich aus den brasilianischen Wörtern für Fußball (Futebol) und Ökologie (Ecologia) zusammen. Bei der WM am Zuckerhut sollen Umwelt, Nachhaltigkeit und Ökologie wichtige Themen sein.

Beide Varianten der Empathie sind aber wohl nur ausländischen WM-Fans vorbehalten. Denn was den Namensgebern nicht bewusst gewesen sein dürfte – jedem, der der portugiesischen Umgangssprache mächtig ist, hingegen schon – ist, dass der Name „Fuleco“ auch mit „Arsch“ übersetzt werden kann. Als ob es nicht reicht, dass Gürteltiere vom Aussterben bedroht sind.

Wie es dann dazu kommt, dass in einer Online-Umfrage 1,7 Millionen Brasilianer und damit 48 Prozent der Teilnehmer für den Namen „Fuleco“ votierten, ist verwunderlich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Für die Zeit bis zur WM sollte sich „Fuleco“ ein für Gürteltiere eher untypisches dickes Fell zulegen - mit blöden Kommentaren wird er sich wohl abfinden müssen.

Maskottchen bei Weltmeisterschaften gibt es seit 1966, als England im eigenen Land zum ersten und bislang einzigen Mal den WM-Pokal gewann. Willie der Löwe kam damals protzig daher, ein Twitter-Account brauchte er wie 40 Jahre später „Goleo“ noch nicht.

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