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Anzeige in der FAZ : Mario Adorf, Til Schweiger und Co. unterstützen Xavier Naidoo nach ESC-Posse

vom

121 Künstler und Bands schalten eine ganzseitige Annonce als Zeichen der Solidarität mit dem umstrittenen Sänger Naidoo. Den NDR, der die Debatte mit seinem ESC-Hickhack ausgelöst hatte, lässt das kalt.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2015 | 11:23 Uhr

Hamburg | Dutzende Musiker, Schauspieler und andere Prominente haben Xavier Naidoo (44) nach dem Wirbel um seine zurückgezogene ESC-Nominierung öffentlich unterstützt. Unter der Überschrift „Menschen für Xavier Naidoo“ erschien am Samstag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ eine ganzseitige Anzeige, darunter die Namen von 121 Künstlern und Bands wie die Prinzen, Mario Adorf, Jan Delay, Jan Josef Liefers und Til Schweiger.  Die Aktion ist laut kress.de vom Konzertveranstalter Marek Lieberberg ins Leben gerufen worden.

Der NDR hatte Naidoo („Dieser Weg“) in der Vorwoche als deutschen Vertreter für den Eurovision Song Contest (ESC) auserkoren. Nachdem sich dagegen starker Protest formiert hatte, zog der Sender die Nominierung zwei Tage später aber wieder zurück. „Der NDR hat einen Fehler gemacht“, hatte NDR-Intendant Lutz Marmor gesagt.

„Das ist ihr gutes Recht“, teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Xavier Naidoo ist ein Künstler, der polarisiert. Er hat neben vielen Kritikern auch viele Fans. Aus unserer Sicht ist alles Nötige dazu gesagt.“ Zuvor hatte Herbert Grönemeyer sich bereits für Naidoo stark gemacht. „Was jetzt auf seinem Rücken für ein absurdes Theater abgefertigt wird, ist unverständlich“, hatte Grönemeyer gesagt. Auch andere Promis hatten sich bereits vor der FAZ-Anzeige hinter Naidoo gestellt. Til Schweiger postete bei Facebook: „Wo kommt dieser Hass her? Woher die Lust zu zerstören? Was hier gerade von den sogenannten Leitmedien abgezogen wird, das ist eine Form des Terrorismus!“

Naidoo gilt wegen politischer Äußerungen als umstritten. Ihm werden Antisemitismus, Homophobie und Verschwörungstheorien vorgeworfen. Gegenüber kress.de hat sich ein ARD-Journalist zu den Antisemitismus-Vorwürfen geäußert. Er wird mit den Worten "aber er ist nicht rechts und hat auch keine Nähe zu Rechtsradikalen" zitiert.

Naidoo hatte sich gegen die Kritik gewehrt: „Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander“, wurde er in einer NDR-Mitteilung zitiert, bevor der Sender die Nominierung zurücknahm.

Nach dem Debakel um die ESC-Nominierung Xavier Naidoos durch den NDR peilen die Verantwortlichen offensichtlich wieder einen Vorentscheid an.

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage zufolge einen Vorentscheid für den Eurovision Songcontest (ESC). Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervor. Demnach halten 19 Prozent der Befragten einen Vorentscheid mit mehreren Künstlern für „sehr wichtig“ und 33 Prozent für „wichtig“. Dagegen finden ihn 21 Prozent „eher unwichtig“ und 17 Prozent „sehr unwichtig“.

Allerdings ist das Ansehen des ESC nach dieser Umfrage in Deutschland eher durchwachsen. Auf die Frage, wie sie den Wettbewerb finden, antworteten 31 Prozent mit „gut“, 51 Prozent mit „schlecht“, 18 Prozent hatten keine Meinung.

 

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