zur Navigation springen

La Loche in Kanada : Mann erschießt vier Menschen an Schule

vom

Im Gegensatz zum Nachbarland USA sind Schießereien in Kanada äußerst selten. Desto tiefer sitzt der Schock, als in einer Schule in einer abgelegenen Kleinstadt Schüsse fallen.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2016 | 16:25 Uhr

Saskatoon | Ein Schütze hat in einer kanadischen Kleinstadt vier Menschen getötet und mindestens zwei weitere schwer verletzt. Offenbar erschoss er in einem Haus zwei junge Verwandte, bevor er an der nahe gelegenen High School das Feuer eröffnete, berichtete die Lokalzeitung „Star Phoenix“ unter Berufung auf anonyme Quellen. Dort starb Angehörigen zufolge eine 23-jährige Lehrerin. Über das vierte Todesopfer ist bislang nichts bekannt. Die Polizei nahm einen jungen Mann fest und stellte eine Waffe sicher. Premierminister Justin Trudeau sprach von einem „schrecklichen und tragischen Tag“.

Die abgelegene Ortschaft La Loche (2600 Einwohner) liegt etwa 400 Kilometer nördlich von Edmonton in der Provinz Saskatchewan im geografischen Zentrum des Landes. Sie grenzt an ein Gebiet des indigenenen Stamms der Clearwater River Dene. Die Schule besuchen etwa 900 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse.

Im betroffenen Gebäude werden die Klassen sieben bis zwölf unterrichtet. Zunächst war von fünf Toten die Rede, die Polizei korrigierte diese Zahl aber später nach unten. „Dies ist der Alptraum aller Eltern“, sagte Trudeau, der sich zur Zeit der Tat wegen des Weltwirtschaftsforums im Alpenkurort Davos aufhielt. Polizei und Rettungskräfte hätten „zügig und mutig“ gehandelt. Beide Schulgebäude waren kurz nach dem Vorfall abgeriegelt worden. Die La Loche Community School sprach von einem Notfall und bat darum, sich der Schule fernzuhalten. „Wir werden niemanden rein oder raus lassen bis wir eine klare Vorstellung davon haben, was vor sich geht“, hieß es in einer Mitteilung der Schule auf Facebook.

Der Premierminister der Provinz, Brad Wall, teilte mit: „Worte können meinen Schock und meine Trauer über diese schrecklichen Ereignisse in La Loche heute nicht ausdrücken.“

Words cannot express my shock and sorrow at the horrific events today in La Loche.  My thoughts and prayers are with all...

Posted by Brad Wall on  Friday, 22 January 2016

Teddy Clark, Häuptling der Clearwater River Dene Nation, sagte der Lokalzeitung „Star Phoenix“: „Die Gemeinde rückt bei Ereignissen wie diesen normalerweise sehr eng zusammen.“ Viele Menschen stünden unter Schock. „So etwas sieht man meistens im Fernsehen.“ Über das Alter der Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Die ehemalige Bürgermeisterin Georgina Jolibois teilte mit: „Die Gemeinde von La Loche ist stark und fest verbunden.“ Die Anwohner hätten in der Vergangenheit Unglück erlebt und würden auch diese Tragödie überdauern.

January 22, 2015NDP STATEMENT ON THE SHOOTING AT LA LOCHE COMMUNITY SCHOOLNDP MP Georgina Jolibois (Desnethé...

Posted by Georgina Jolibois, MP Desnethé-Missinippi-Churchill River on  Friday, 22 January 2016

Einem Bericht des „Star Phoenix“ zufolge hatte der Schütze nach seiner ersten Tat Nachrichten über soziale Netzwerke verschickt, und erklärt, zwei Menschen getötet zu haben und auf dem Weg zur Schule zu sein. Die Opfer seien vermutlich ins fast sieben Autostunden entfernte Krankenhaus in Saskatoon geflogen worden, sagte Polizeisprecherin Maureen Levy vor Journalisten. Der Schütze, dessen Motive zunächst unklar blieben, hatte das Feuer am Freitagmittag (Ortszeit) eröffnet.

Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada vergleichsweise streng. Die schwerste Schulmassaker ereignete sich in Kanada 1989, als der 25-jährige Marc Lepine 14 Frauen erschoss und 13 weitere Menschen verletzte, bevor er sich selbst das Leben nahm. In einem Schreiben nannte er seinen Hass auf Feministinnen als Motiv.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert