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Familie : Loslassen und Halt geben: Pubertät ist für Eltern ein Spagat

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Es ist eine harte Phase für Eltern: Aus ihrem lieben kleinen Kind wird mit der Pubertät plötzlich ein patziger, pöbelnder Teenager, der nicht hören will. Jetzt gilt es, dem Nachwuchs Paroli und Freiraum gleichermaßen zu bieten.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 13:16 Uhr

Auf Nachfragen kommt ein patziges «Geht dich nichts an», zu Gesicht bekommt man den Nachwuchs nur noch zum Essen, und um die Ausgehzeiten am Wochenende wird erbittert geschachert. Keine Frage, die Pubertät von Sohn oder Tochter treibt Eltern manchmal an den Rand des Wahnsinns. «Schwierig ist für Eltern vor allem, die Balance zwischen Loslassen und Halt geben zu finden», sagt Christiane Konnertz. Sie ist Erziehungsberaterin und bietet außerdem ein Seminar für Eltern pubertierender Kinder an.

Oft knallt es beispielsweise wegen der Ausgehzeiten. «Es wird eine Zeit ausgemacht, das Kind hält sich nicht dran - und die Eltern fragen sich: Soll ich es dafür bestrafen?», schildert Konnertz. Strafen wirkten auf Kinder aber überraschend, außerdem würden sie oft keine Wirkung zeigen.

Besser sei es, wenn Eltern von vornherein Konsequenzen aufzeigen: «Also eine Zeit ausmachen, zu der das Kind zu Hause sein soll, und gleich dazusagen, was passiert, wenn es zu spät kommt», rät Konnertz. Die Konsequenz könne zum Beispiel sein, dass der nächste Samstag zum Weggehen gestrichen ist. «Das Kind hat so die Wahl.» Wichtig sei auch, in einem Bereich zu bleiben: Also nicht das Handy wegnehmen, wenn das Kind zu spät kommt. «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.»

Knatsch gibt es auch, wenn die Kinder auf einmal in der Schule absacken. «Ich versuche dann, den Eltern deutlich zu machen: Am wichtigsten ist die Beziehung zum Kind. Es muss immer das Gefühl haben, es kann mit Schwierigkeiten zu einem kommen.» Die Schule sei dagegen weniger bedeutsam, auch wenn Eltern das manchmal anders empfänden.

Wichtig bei allen Konflikten: Eltern müssten ihren Teenagern immer vermitteln, dass es um sie gehe - und nicht darum, die Erwartungen der Erwachsenen zu erfüllen. «Das erreiche ich mit Ich-Botschaften, indem ich beispielsweise sage: Ich mache mir Sorgen um dich, wenn ich nicht weiß, wo du bist.»

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