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„Ping-Calls“ : Lockanrufe aus Afrika: Was Sie jetzt wissen müssen

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Die Rufnummer hat man nie zuvor gesehen. Was sollten Menschen tun, die solche Anzeigen auf ihrem Handy entdecken?

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 19:18 Uhr

Berlin/Bonn | Ein verpasster Anruf einer unbekannten Nummer aus Burundi, Tansania, Benin, Marokko oder Tunesien auf dem Display: Da ist die Versuchung groß zurückzurufen. Doch dem Impuls sollten die Betroffenen widerstehen, rät das Verbraucherschutzportal „Mobilsicher.de“. Denn mit einem Rückruf könnte der Angerufene Betrügern auf den Leim gehen, die damit Kasse machen – zu Lasten des Verbrauchers, den solch ein Anruf mehrere Euro pro Minute kosten kann. Die Polizei und die Bundesnetzagentur warnen vor den „Ping-Calls“.

 
 

Derzeit gibt es den Experten von zufolge eine Anrufwelle mit Nummern aus den Maghreb-Staaten und anderen Ländern Afrikas. Betrüger „pingen“ mitunter auch mit Nummern aus dem Inland und missbrauchen dann meist sogenannte Mehrwertdienstnummern, also Nummern, die mit Vorwahlen wie 0180, 0137 oder 0900 beginnen.

shz.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Ping-Anrufen:

Was sollen Betroffene tun, wenn das Handy klingelt und eine fragwürdige Nummer im Display erscheint?

Die Polizei gibt verschiedene Verhaltens-Tipps: Sie empfiehlt, den Anruf zu ignorieren, die Nummer zu blockieren und keinesfalls zurückzurufen. Wer unsicher ist, ob es nicht doch ein echter Anruf war, könne im Internet nach der Nummer suchen. Gehört sie zu einer Betrugskampagne, finde er dann oft Hinweise dazu.

Die Betroffenen sollten die Nummer dann der Bundesnetzagentur (BNetzA) melden. Dafür gibt es ein Formular auf deren Webseite

Zurückgerufen, was jetzt?

Wenn der Betroffene bereits einen möglicherweise betrügerischen Anrufer zurückgerufen hat, empfiehlt die Polizei, die Rechnung abzuwarten, dann gegebenenfalls den Anbieter zu kontaktieren und gegen die Rechnung Widerspruch einzulegen. Zudem können Angerufene bei der Bundesnetzagentur nachfragen oder auf einer Liste online nachsehen, ob in dem Zeitraum ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot für die entsprechende Nummer vorliegt. Wenn die Nummer dort schon aufgelistet ist, hat muss das Betrugsopfer mit Sicherheit nicht bezahlen.

Wie lauten die aktuellen Ping-Nummern?

Der Bundesnetzagentur wurden im Oktober Nummern gemeldet und auf die Liste für Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot gesetzt, die anfangen mit 00216 (Tunesien), 00224 (Guinea), 00225 (Elfenbeinküste), 00248 (Seychellen), 00257 (Burundi) und 00882 (Internationales Netzwerk/Satellitentelefon).

Allerdings lässt sich aus der angezeigten Vorwahl keine verlässliche Aussage über die Herkunft der Betrüger treffen. Die Nummer sagt in der Regel nichts über die Herkunft des Anrufers aus. Die Anzeigenummer kann frei programmiert werden.

Wie funktionieren die Lockanrufe technisch?

Von Betrügern betriebene Computer wählen von Adresshändlern gekaufte oder per Zufall generierte Nummern für so kurze Zeit an, dass die Angerufenen praktisch keine Chance haben, das Telefonat anzunehmen – und nach dem sogenannten Anpingen rufen viele die übermittelte Rufnummer zurück.

Sind Ping-Anrufe rechtlich verboten?

„Ping-Calls“ sind eine schon länger bekannte Betrugsmasche, die der Bundesgerichtshof in einem Urteil aus dem Jahr 2014 für Betrug im Sinne des Strafgerichtsgesetzbuches erklärt hat.

(mit dpa)

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