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88. Academy Awards : Leonardo DiCaprio bekommt endlich seinen Oscar

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Riesenjubel im Dolby Theatre: Der Preis für den besten Schauspieler geht an Leonardo DiCaprio. Sein erster Oscar überhaupt.

Los Angeles | Der Missbrauchthriller „Spotlight“, das Rachedrama „The Revenant - Der Rückkehrer“ mit Leonardo DiCaprio und das Actionspektakel „Mad Max: Fury Road“ sind die großen Gewinner der Oscar-Verleihung. „Spotlight“ wurde von der US-Filmakademie zum besten Film des Jahres gewählt und erhielt außerdem die Trophäe für das beste Original-Drehbuch.

Die mit einem Oscar prämierten Filme und Schauspieler erhalten durch die Auszeichnung besondere Aufmerksamkeit. Die Academy Awards gelten als die wichtigsten Auszeichnungen der Branche.
Alle Oscar-Gewinner 2016 im Überblick
  • Bester Film: „Spotlight“ (Regie: Thomas McCarthy)
  • Regie: Alejandro González Iñárritu für „The Revenant - Der Rückkehrer“
  • Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio („The Revenant“ - Der Rückkehrer“)
  • Hauptdarstellerin: Brie Larson („Room“)
  • Nebendarstellerin: Alicia Vikander („The Danish Girl“)
  • Nebendarsteller: Mark Rylance („Bridge of Spies - Der Unterhändler“)
  • Nicht-englischsprachiger Film: „Son of Saul“ (Regie: László Nemes)
  • Kamera: Emmanuel Lubezki für „The Revenant - Der Rückkehrer“
  • Original-Drehbuch: Thomas McCarthy und Josh Singer für „Spotlight“
  • Adaptiertes Drehbuch: Charles Randolph und Adam McKay für „The Big Short“
  • Schnitt: Margaret Sixel für „Mad Max: Fury Road“
  • Filmmusik: Ennio Morricone für „The Hateful 8“
  • Filmsong: „Writing’s On The Wall“ aus dem Film „Spectre“, Musik und Text von Jimmy Napes und Sam Smith
  • Produktionsdesign: Colin Gibson und Lisa Thompson für „Mad Max: Fury Road“
  • Tonschnitt: Mark Mangini und David White für „Mad Max: Fury Road“
  • Tonmischung: Chris Jenkins, Gregg Rudloff und Ben Osmo für „Mad Max: Fury Road“
  • Spezialeffekte: Andrew Whitehurst, Paul Norris, Mark Ardington and Sara Bennett für „Ex Machina“
  • Animationsfilm: „Alles steht Kopf“ (Regie: Pete Docter und Jonas Rivera)
  • Animations-Kurzfilm: Gabriel Osorio und Pato Escala für „Bear Story“
  • Dokumentarfilm: Asif Kapadia und James Gay-Rees für „Amy“
  • Dokumentar-Kurzfilm: Sharmeen Obaid-Chinoy für „A Girl In The River: The Price Of Forgiveness“
  • Make-up/Frisur: Lesley Vanderwalt, Elka Wardega und Damian Martin für „Mad Max: Fury Road“
  • Kostümdesign: Jenny Beavan für „Mad Max: Fury Road“
  • Live-Action-Kurzfilm: Benjamin Cleary und Serena Armitage für „Stutterer“
 

Der Film „Spotlight“ erzählt die wahre Geschichte der Aufdeckung eines Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche durch ein Reporterteam.

Mit dem bildgewaltigen Abenteuerepos „The Revenant“ konnte sich Hollywoodstar DiCaprio als Hauptdarsteller den ersten Oscar seiner Karriere sichern. Für „The Revenant“ hatte der 41-Jährige schon beim Dreh harte körperliche Entbehrungen ertragen und kämpft sich im Film nach einer Bärenattacke schwer verletzt durch den verschneiten Wilden Westen. Nach Standing Ovations der Galagäste erhob DiCaprio seine Stimme für ein Thema, das ihm seit Jahren am Herzen liegt: den Klimawandel. „Er ist unsere größte Bedrohung. Lasst uns diesen Planeten nicht als selbstverständlich ansehen.“

Der Mexikaner Alejandro González Iñárritu wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Regisseur ausgezeichnet.  Außerdem gab es den dritten Oscar hintereinander für den mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki.

„Mad Max“ räumte zwar die meisten Oscars in diesem Jahr ab, allerdings keinen in den Königskategorien. Sechs Trophäen gewann der rasante Film: für das Kostüm- und das Produktionsdesign, für den Film- und den Tonschnitt, die Tonmischung sowie Make-up/Frisurenstyling.

Bei den Hauptdarsteller-Preisen setzten sich die Favoriten durch: neben DiCaprio die 26-jährige Brie Larson. Sie wurde für ihre Darstellung einer aufopferungsvoll kämpfenden Mutter in dem Entführungsdrama „Room“ („Raum“) geehrt.

Ein Oscar geht nach Schweden

 

Mit den Auszeichnungen für die besten Nebendarsteller überraschte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Arts hingegen das Publikum: Die Schwedin Alicia Vikander und der britisch-amerikanische Schauspieler Mark Rylance bekamen ihre ersten Oscars. Die 27-jährige Vikander erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in dem Transsexuellendrama „The Danish Girl“. Rylance wurde für sein Spiel in dem Steven-Spielberg-Film „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ ausgezeichnet.

Rassismus bei den Oscars

Den größten Gesprächsstoff dieser 88. Verleihung lieferte jedoch der schwarze Moderator Chris Rock. Die Awards seien auch als die „Preise der Weißen“ bekannt, sagte der 51-Jährige - gekleidet in einen weißen Anzug. Eine Anspielung auf die Kontroverse um die diesjährigen Nominierungen - in den wichtigsten Kategorien waren keine Afroamerikaner unter den Oscar-Kandidaten. Im Internet lief die lebhafte Debatte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.

Doch bei Anspielungen beließ es Rock nicht - er wurde deutlicher: „Warum protestieren wir aber? Warum bei diesen Oscars?“ Diese ganze „Keine Schwarzen“-Sache habe es schon mehr als 70 Mal gegeben. „Da gab es aber keine Proteste“, sagte Rock mit Verweis auf die 50er und 60er Jahre. „Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt“, dann sei einem egal, was die beste Dokumentation sei. Das Thema zog sich durch die gesamte Gala und wurde immer wieder aufgegriffen, vor allem von Chris Rock, aber auch von einigen anderen Filmgrößen.

Die deutschen Oscar-Hoffnungen wurden enttäuscht

Der Berliner Setdekorateur Bernhard Henrich war in der Kategorie Produktionsdesign nominiert - den Oscar erhielt „Mad Max“. Und Regisseur Patrick Vollrath aus Niedersachsen gehörte mit seinem Werk „Alles wird gut“ zu den Nominierten in der Kategorie Kurzfilm - den Oscar räumte jedoch der britische Film „Stutterer“ ab.

Die beiden Drehbuch-Oscars gingen an den Missbrauchsthriller „Spotlight“ (Originaldrehbuch) sowie den Finanzthriller “The Big Short„ für das beste adaptierte Drehbuch. Die Pixar-Produktion „Alles steht Kopf“ wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet, der Film „Ex Machina“ für die besten Spezialeffekte. Den besten Filmsong lieferten Jimmy Napes und Sam Smith mit “Writing's On The Wall„ für den James-Bond-Film “Spectre„ ab. Der 87-jährige Ennio Morricone erhielt für seine Kompositionen zum Quentin-Tarantino-Western “„Hateful 8“ seinen ersten Musik-Oscar.

Die schönsten Momente der Veranstaltung zum Nachlesen im Ticker.

 

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erstellt am 28.Feb.2016 | 18:58 Uhr

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