Tonnenschwere Statue in Berlin : Lenin-Kopf ausgebuddelt: Aus dem Wald ins Museum

Lenin-Kopf: Auch bei der Ankunft in der Zitadelle Spandau Ankunft ein viel fotografiertes Objekt.

Lenin-Kopf: Auch bei der Ankunft in der Zitadelle Spandau Ankunft ein viel fotografiertes Objekt.

1970 wurde die Statue enthüllt, nach der Wende vergraben. Nun soll der Kopf ausgestellt werden.

shz.de von
10. September 2015, 11:46 Uhr

Berlin | Nach fast zweieinhalb Jahrzehnten und langem Hickhack ist der vergrabene Berliner Lenin-Kopf aus Granit geborgen – und am Donnerstagmittag in die Spandauer Zitadelle transportiert worden. Ein Kran legte am Morgen den Erdhügel in einem Wald am südöstlichen Stadtrand frei, in dem das tonnenschwere Steinhaupt des russischen Revolutionärs verbuddelt war. Ein Lkw brachte es anschließend nach Spandau.

Der russische kommunistische Politiker Wladimir Iljitsch Lenin (1870 bis 1924) gilt als Begründer der Sowjetunion. Die vom Bildhauer Nikolai Tomski geformte 19 Meter hohe Statue war 1970 in Ost-Berlin enthüllt worden. Das geschleifte Denkmal war 1991 in knapp 130 Teile zerlegt und am Stadtrand abgelegt worden.
Da hängt er: Der Kopf einer Lenin-Statue in einem Waldstück am Müggelsee in Berlin.
dpa
Da hängt er: Der Kopf einer Lenin-Statue in einem Waldstück am Müggelsee in Berlin.
 

Der 3900 Kilogramm schwere und 1,70 Meter hohe Stein-Schädel wurde mit einem Gabelstapler abgeladen und ausgepackt. In der Zitadelle soll der Lenin-Kopf Kern einer Ausstellung zu Berliner Denkmälern werden. Nur der Kopf wurde freigelegt, die anderen Teile sollen im Boden bleiben.

Die Lenin-Statue wurde 1970 in der DDR enthüllt, 2015 kommt der Kopf wieder zum Vorschein.
dpa

Die Lenin-Statue wurde 1970 in der DDR enthüllt, 2015 kommt der Kopf wieder zum Vorschein.

 

Der Kultur-Bezirksstadtrat Gerhard Hanke (CDU) sprach von einem „Highlight“. Skulpturen seien Teil der Geschichte und damit auch Zeitzeugen. „Sie sollten deshalb nicht zerstört werden.“

Die Dauerausstellung soll im nächsten Frühjahr eröffnet werden. Die Museumsleiterin Andrea Theissen sagte: „Interessant sind die Brüche in der deutschen Geschichte. Das soll mit der Ausstellung zu den Denkmälern gezeigt werden.“

<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Lenins Kopf wird buchstäblich wieder ausgebuddelt und kommt ins Museum. Via <a href="https://twitter.com/morgenpost">@morgenpost</a>: <a href="http://t.co/7tsIVFHqR8">http://t.co/7tsIVFHqR8</a> /mg <a href="http://t.co/omLlD1P8dW">pic.twitter.com/omLlD1P8dW</a></p>&mdash; DDR Museum (@ddrmuseum) <a href="https://twitter.com/ddrmuseum/status/641866856563916801">10. September 2015</a></blockquote>

Die Statue im Kino:

Bekannt wurde der Fall des DDR-Denkmals aus Ost-Berlin nach dem Mauerfall mit dem Film „Good Bye, Lenin!“. Ein Millionenpublikum sah in der Tragikomödie, wie die für den Streifen nachgebaute Statue von Lenin davonschwebte - ein Symbol für den Untergang der DDR.

 
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