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Live-Berichte über „Legida“-Aufmärsche : Leipziger Internet Zeitung stellt Berichterstattung wegen Bedrohungen ein

vom

Nach wiederholten Angriffen gegen Journalisten zieht die Online-Zeitung die Reißleine.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 19:33 Uhr

Leipzig | Nach wiederholten Angriffen auf ihre Journalisten stellt die Leipziger Internet Zeitung (L-IZ) die Live-Berichterstattung über das islam- und fremdenfeindliche Legida-Bündnis vorerst ein. Es werde zunächst keine Videos und aktuelle Textberichterstattung direkt von Legidaveranstaltungen mehr geben, kündigte die Online-Zeitung am Dienstag auf ihrer Website an.

Legida ist ein Ableger der in Dresden demonstrierenden Pegida-Bewegung. Der Verfassungsschutz in Sachsen sieht rechtsextreme Tendenzen bei Legida und bewertet die Gruppierung als deutlich radikaler als Pegida.

Zugleich erhob die L-IZ Vorwürfe gegen die Polizei: Die Journalisten würden vor Ort „unausgesetzt bedroht und attackiert“ und zunehmend im Stich gelassen. Ein Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz habe zu keiner Veränderung der Bedrohungslage geführt. Einen Schutz für die Kollegen gebe es während der Legida-Aufmärsche nicht. Die L-IZ dokumentiert in einer Chronik die Übergriffe während der Demonstrationen im Jahr 2015 und Anfang 2016. Immer wieder sei es zu gezielten Beleidigungen, Tätlichkeiten und Übergriffen auf Journalisten durch verschiedene Teilnehmer bekommen, heißt es in dem Artikel.

Die Leipziger Internet Zeitung entstand 2004 und hat nach eigenen Angaben rund 150.000 Unique-User. Das ist die Anzahl unterschiedlicher Besucher einer Website. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf den Großraum Leipzig. Hinter der Zeitung steht das Unternehmen Mitteldeutsche Online Medien, eine Unternehmergemeinschaft von Journalisten.

Die Grünen im Landtag sprachen von einem neuen Tiefpunkt der Pressefreiheit: „Die Freiheit der öffentlichen Berichterstattung wird in unerträglicher Weise infrage gestellt“, sagte der Abgeordnete Valentin Lippmann. Er forderte Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf, sich umgehend mit Medienvertretern und Polizei über Sicherheitskonzepte zu verständigen.

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