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zeitumstellung : Langschläfer freuen sich: Uhr wird zurückgedreht

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Die Sommerzeit geht zu Ende: In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 19:00 Uhr

Langschläfer können am Sonntag eine Stunde länger im Bett bleiben. Um 3 Uhr werden die Uhren wieder auf 2 Uhr zurückgedreht - bevor am 30. März nächsten Jahres wieder die Sommerzeit beginnt. Nun wird es morgens früher hell und nachmittags eher dunkel.

Was ist die Zeitumstellung?

Bei der Zeitumstellung handelt es sich um die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit bzw. von Winter- auf Sommerzeit innerhalb einer Zeitzone. Im Verlauf eines Jahres stellen wir unsere Zeit zweimal um.

Wann wechselt die Sommer- in die Winterzeit?

Die Zeitumstellung findet am letzten Sonntag im Oktober statt. Dabei wird die Uhr um 3 Uhr morgens um eine Stunde zurückgestellt – auf 2 Uhr. Das bedeutet: Die Nacht verlängert sich um eine Stunde. Bei der Umstellung von 2:59:59 Uhr auf 2:00:00 Uhr gibt es die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gleich zweimal. Experten bezeichnen die erste Stunde als 2A und die zweite als 2B. Nach dieser Umstellung gilt in den Wintermonaten die Mitteleuropäische Zeit (MEZ).

Wann wechselt die Winter- in die Sommerzeit?

Die Zeitumstellung findet am letzten Sonntag im März statt. Dabei wird die Uhr um 2 Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt – auf 3 Uhr. Das bedeutet: Die Nacht verkürzt sich um eine Stunde. Die Stunde zwischen 1:59:59 Uhr und 3:00:00 Uhr gibt es dann nicht. In den Sommermonaten gilt demnach die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).

Warum gibt es Sommer- und Winterzeit?

Der Brite William Willett erwähnte in seiner Abhandlung „The Waste of Daylight“ im Jahre 1907 erstmals eine saisonale Zeitumstellung. Er war der Überzeugung, dass man durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie sparen könne. Zunächst lehnte das Britische Unterhaus die Einführung einer Sommerzeit ab, revidierte seine Entscheidung jedoch 1916 und gab der Sommerzeit den passenden Namen „Daylight Saving Time“ („Tageslicht sparende Zeit“). Auch das Deutsche Reich führte die Zeitumstellung noch im selben Jahr ein.

1975 schließlich beschloss ein Großteil der Europäischen Gemeinschaft die Einführung der Sommerzeit. Da die Sommerzeitregelung innerhalb Europas in den folgenden Jahren unterschiedlich gehandhabt wurde, vereinheitlichte die EU diese 1994. Seither gilt die einheitliche Sommerzeit.

Wie ist die Zeitumstellung gesetzlich verankert?

Verankert ist die Zeitumstellung im Gesetz über die Zeitbestimmung vom 25. Juli 1978. Mehrfach gab es kleine Veränderungen am Gesetz. Während ab 1994 die Bundesregierung den Tag und die Uhrzeit festlegte, zu der die mitteleuropäische Sommerzeit beginnen bzw. enden sollte, entschied man sich 2001 dazu, auch diese Punkte im Gesetzestext festzuhalten. Dort lautet es nun wie folgt: „Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit. […] Die mitteleuropäische Sommerzeit endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. […]“. Seit dem 12. Juli 2008 gilt das Gesetz als aufgehoben. Der Inhalt findet sich nun im Gesetz über Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung wieder.

Spart man durch die Zeitumstellung wirklich Energie?

Hauptgrund für die Einführung der Zeitumstellung war die Meinung, dass man so das Tageslicht besser nutzen könnte, um Energie zu sparen. In der Realität kommt die Mehrheit aktueller Studien zu dem Ergebnis, dass durch die Umstellung keine Energie eingespart wird oder sogar ein erhöhter Energieverbrauch entsteht. Zwar benötigt man weniger künstliches Licht, doch die aufzuwendende Heizenergie, die teurer ist, steigt.

Wie reagiert der menschliche Organismus auf die Zeitumstellung?

Zeitumstellungen greifen immer auch den Tagesrhythmus eines Menschen an. Egal, ob wir eine Stunde gewinnen oder verlieren, unsere „innere Uhr“ wird gestört. Vergleichbar ist diese Situation in etwa mit einem Jetlag in Folge eines Langstreckenflugs – auch dieser beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus. Zur Beruhigung: Probleme, wie Müdigkeit, Schlafschwierigkeiten, Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen sind nur von kurzer Dauer. Meist hat sich der menschliche Organismus nach zwei Wochen auf die neue Situation eingestellt.

Was bedeutet die Zeitumstellung für den Verkehr?

In der Vergangenheit war die Deutsche Bahn kein großer Freund der Zeitumstellung. Beim Wechsel von Winter- auf Sommerzeit fehlt den Zügen eine Stunde. Aufenthalte von Nachtzügen müssen in diesem Fall gekürzt werden. Ist dies nicht möglich, kommen die Züge verspätet am Zielort an. Kleine Linien, wie S-Bahn-Linien, die in dieser Zeit verkehren, können gestrichen werden. Beim Wechsel von Sommer- auf Winterzeit gilt es plötzlich eine zusätzliche Stunde zu überbrücken. Fernzüge oder Züge mit einer längeren Wegstrecke müssen in diesem Fall die Anhalte-Regel beachten und werden eine Stunde angehalten. Zwar kommen sie so pünktlich am Zielort an, aber die Fahrtzeit verlängert sich. Züge, deren Abfahrt zwischen 2 und 3 Uhr liegt, müssen zweimal fahren. Das heißt, es werden mehr Fahrzeuge und Personal benötigt.

Wie kann man sich die Zeitumstellung merken?

Im Laufe der Zeit gab es so einige kreative Menschen, die sich der Verständnisproblematik der Zeitumstellung annahmen. Zahlreiche Merksprüche entstanden, z.B.:

- Im Sommer zeigt das Thermometer PLUS und im Winter MINUS.

- Sommer VOR, Winter HINTER.

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