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Lang lebe die Augencreme - Kosmetika richtig lagern

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Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Make-up ist teuer, gute Anti-Faltencreme auch. Damit diese keinen komischen Geruch annimmt, der Lippenstift ranzig wird und die Wimperntusche eintrocknet, sollten Kosmetika richtig gelagert und benutzt werden.

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erstellt am 24.Mai.2013 | 11:44 Uhr

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Make-up ist teuer, gute Anti-Faltencreme auch. Damit diese keinen komischen Geruch annimmt, der Lippenstift ranzig wird und die Wimperntusche eintrocknet, sollten Kosmetika richtig gelagert und benutzt werden.

Die Augencreme kurz ins Gefrierfach legen und den Nagellack im Kühlschrank aufbewahren - viele Tipps, wie man Kosmetik länger haltbar machen kann, sind gar nicht notwendig. Stattdessen sollte man mit Kosmetika einfach richtig umgehen. «Am besten öffnet man die Verpackung der Kosmetikprodukte erst unmittelbar vor ihrem Gebrauch und verschließt sie auch nach jeder Anwendung wieder sorgfältig», sagt Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt am Main.

Alle Gegenstände, die mit kosmetischen Produkten in Berührung kommen wie Spachtel, Pinsel oder Schwämme, sollte man regelmäßig mit Seife, Spülmittel oder einem milden Shampoo gründlich auswaschen. «Die Hände sollten ebenfalls immer sauber sein, wenn Sie in den Cremetiegel greifen», rät Huber. «So schützen Sie nicht nur das Produkt vor schädlichen Bakterien, sondern auch die Haut.» Ein Pumpspender ist eine besonders gute Lösung, wenn man nicht mit den Fingern in die Creme oder Make-up greifen möchte.

Generell haben Kosmetika und Schminke ein langes Leben, sagt Peter Schmidinger, Make-up-Experte des VKE-Kosmetikverbandes in Berlin. «Die meisten Kosmetikprodukte sind ab dem Tag ihrer Herstellung mindestens 30 Monate lang haltbar». Und Produkte, die länger als 30 Monate haltbar sind, haben eine Frist, wie lange das Produkt nach dem Öffnen zu benutzen ist - sie steht auf der Verpackung.

Die Frist wird mit einem kleinen Symbol dargestellt, das einen geöffneten Cremetiegel zeigt. Dabei steht eine Zeitangabe in Monaten, gefolgt von einem «M». Beispielsweise würde «6M» bedeuten, dass das Produkt noch sechs Monate nach dem Öffnen haltbar ist. Findet sich das Symbol nicht, steht in der Regel ein Datum auf dem Pfalz der Packung. Produkte, die zur einmaligen Anwendung gedacht sind, tragen das Tiegel-Symbol nicht immer.

Wer das Haltbarkeitsdatum bei Nachtcreme oder Make-up nicht finden kann, orientiert sich am besten an den Richtlinien des VKE-Kosmetikverbandes: Mascara und Gesichtspflege halte sich in der Regel 6 Monate nach dem Öffnen und flüssiges Make-up 12 Monate. Ein Lippenstift sei bis zu 24 Monate brauchbar.

«Es kann aber trotzdem nicht schaden, wenn man Kosmetika möglichst kühl, trocken und dunkel aufbewahrt», sagt Birgit Huber. «Direkte Sonneneinstrahlung ist nie gut.» Besonders Produkte, die einen hohen Wassergehalt haben, setzen schneller Keime und Bakterien an. Dazu gehören Feuchtigkeitscremes oder Körperlotionen. In die Kartuschen von Wimperntusche und Eyelinern sollte nicht Luft durch Auf- und Ab-Bewegungen des Applikators gepumpt werden, denn der Sauerstoff macht das Produkt anfälliger für Keime.

Angst vor Hautreaktionen oder Ausschlägen muss man aber auch nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht haben. «Fast alle Stoffe werden einfach inaktiv», sagt Dirk Meyer-Rogge, Hautarzt im Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Euskirchen. «Dadurch lässt zwar die Wirkung nach, aber zu Hautreaktionen kommt es in aller Regel nicht.»

Aber bei Produkten mit Sonnenschutz warnt der Arzt: «Auch da lässt die Wirkung bei Überlagerung nach, dadurch kann es dann zu Sonnenbränden kommen.» Der VKE-Experte Peter Schmidinger ergänzt: «Ein ungeöffneter Sonnenschutz ist maximal zwei Jahre haltbar und sollte danach auch nicht mehr verwendet werden. Nach dem Öffnen sollte Sonnencreme innerhalb von sechs Monaten aufgebraucht werden.»

Beachtet man diese Tipps der Experten, haben gängige Kosmetikprodukte ein recht langes Leben. Bei Naturkosmetik ist diese Garantie allerdings nicht immer gegeben, erläutert Birgit Huber. Hier sei die Verwendung von Konservierungsstoffen noch eingeschränkter als sowieso schon möglich. Denn diese müssen auch natürlich sein. Öl könne beispielsweise mit der Zeit ranzig werden - und dann akneähnliche Hautveränderungen hervorrufen, sagt der Arzt Meyer-Rogge. Auch bei wässrigen Pflanzenextrakten wie Blütenwasser oder Säften gelte es, genau auf Lagerung und Haltbarkeit zu achten, rät Huber.

Von diesen Einschränkungen seien aber nur die Bioprodukte kleinerer Hersteller betroffen, sagt Matthias Herbst, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Ästhetische Dermatologie und Kosmetologie (ADK) in Heidelberg. «Große Naturkosmetikhersteller machen längst umfangreiche Tests bezüglich der Haltbarkeit.» Völlig unbedenklich ist die Verwendung von Puder. Er hält sich - da sind sich die Experten einig - nahezu unbegrenzt.

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