zur Navigation springen

Videokünstler Alexander Karle : Landgericht schätzt Liegestütze auf Altar als Kunst ein

vom

Die Kammer betrachtet die Aktion „Pressure to Perform“ als künstlerische Tätigkeit und nicht als „beschimpfenden Unfug“.

Saarbrücken | Das Landgericht Saarbrücken hat am Montag das Urteil des Amtsgerichts gegen den Videokünstler Alexander Karle aufgehoben. Er hatte auf einem Altar einer katholischen Kirche Liegestütze gemacht und wurde dafür zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt.

Das Landgericht teilte nicht die Auffassung von Amtsgericht und Staatsanwältin, dass der 39-Jährige wegen Störung der Religionsausübung zu belangen sei. Die Kammer betrachtete die Liegestütz-Aktion als künstlerische Tätigkeit und nicht als „beschimpfenden Unfug“.

Allerdings habe sich der Angeklagte, als er über eine Kordel in den Altarraum stieg, des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Dies sei auch nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt. Deshalb sprach das Gericht eine Verwarnung aus, zudem erhielt Karle die Auflage, 500 Euro an eine Caritas-Jugendeinrichtung zu zahlen.

Nachdem der Diplom-Künstler kürzlich noch mit der Meldung überrascht hatte, dass es sich bei seinem Film „Pressure to Perform“ („Leistungsdruck“) tatsächlich nur um eine Videomontage gehandelt habe, blieb er am Montag bei seinem Geständnis vom ersten Prozess. „Ich wollte nur zeigen, wie widersprüchlich das Thema ist, was fiktiv oder real ist“, begründete er.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Jul.2017 | 14:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen