zur Navigation springen

Zeitumstellung 2014 : Länger schlafen: Am Sonntag beginnt die Winterzeit

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Sommerzeit geht zu Ende: Am Wochenende wird die Uhr wieder auf die Normalzeit zurückgedreht. Seit jeher gibt es Kritik an der Uhrenumstellung.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 13:46 Uhr

Flensburg | Wie in jedem Jahr ist auch das kommende und letzte Oktoberwochenende ein besonderes. In der Nacht vom Samstag, auf Sonntag, den 26. Oktober, werden die Uhren von drei auf zwei Uhr zurückgestellt – in die Winter- bzw. Normalzeit. Während Funkuhren das automatisch tun, sollten die Langschläfer (denn immerhin kann man ja eine volle Stunde länger schlafen) am Sonntagmorgen darauf achten, die Uhren manuell zurück zu drehen. Konsequenz der Umstellung? Morgens ist es früher hell, abends wird es früher dunkel.

Seit 1980 gibt es in Deutschland die Sommerzeit. Sie wurde ursprünglich eingeführt, um Energiekosten zu sparen. Die im englischen Sprachraum auch „Daylight Saving Time“ genannte Umstellung soll dafür sorgen, dass es am Abend länger hell bleibt, man daher weniger Strom verbraucht. Dies ist bis heute umstritten. Auslöser der Überlegungen war die Ölkrise von 1973.

In Europa haben Island, Russland (inkl. der Oblast Kaliningrad) und Weißrussland keine Sommerzeit mehr (orange). In den Äquatorialstaaten ergibt die Zeitumstellung keinen Sinn. Denn die Tageslänge zwischen den Wendekreisen, also in Äquatornähe, schwankt im Laufe des Jahres um höchstens drei Stunden. In Flensburg schwankt die Tageslänge zwischen Sonnenauf- und untergang dagegen zwischen sieben Stunden und 13 Minuten am kürzesten und 17 Stunden und 20 Minuten am längsten Tag – ein Unterschied von zehn Stunden und sieben Minuten. Eine Sommerzeit hätte daher am Äquator kaum Auswirkungen und wird daher von den meisten Staaten nicht mehr praktiziert (orange) oder wurde noch nie genutzt (rot). Alle blau gefärbten Länder haben allerdings eine Sommerzeitregelung.

Wo gibt es die Sommerzeit noch?
Wo gibt es die Sommerzeit noch? Foto: Paul Eggert/Wikimedia
 

Seit jeher wird die Uhrenumstellung jedoch immer wieder kritisiert. Doch war da nicht was? Eine Petition? Von Ilse Aigner? Richtig. Zuletzt machte die CSU in Oberbayern im Frühjahr einen Vorstoß, ganzjährig eine Zeit zu behalten. „Ja zur dauerhaften Sommerzeit“ hieß die Petition, die bis zum Schluss allerdings nur 2200 Menschen unterzeichneten. Mit der Kampagne wollte Aigner eine europäische Initiative in Brüssel anstoßen. Aufgegeben hat Aigner ihren Plan nicht. Die Europapolitikerin Angelika Niebler soll die 2200 Unterschriften bald der neuen EU-Kommission übergeben.

Hubertus Hilgers, ein Arzt aus Erlangen, kämpft ebenfalls gegen die Zeitumstellung. Seine Petition erreichte die notwendigen 50.000 Unterschriften, befindet sich derzeit in der Prüfung beim Empfänger, der Bundesrepublik und beim Europaparlament in Brüssel. Hilgers selbst stellt seine Uhren nicht um. Die Zeitumstellung sei Stress pur für den Körper, sagt der Heilpraktiker. Schlafstörungen, Bluthochdruck, aber auch Herzinfarkt und Schlaganfälle seien mögliche Folgen. Dabei ist er anders als die Aigner-Initiative gegen die Sommerzeit. Hilgers will die Winterzeit dauerhaft, also die „Normalzeit“. Auch eine Facebookseite, die für die Abschaffung der Sommerzeit plädiert, hat bislang etwas über 12.000 Befürworter. Die Initiative ist der Meinung: Seinen Rhythmus sollte man nach der Natur und den Jahreszeiten ausrichten, nicht nach einem Ziffernblatt.

Sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden?

zum Ergebnis
 

Die Umstellung auf die Sommerzeit passiert übrigens dann wieder im März 2015. Wer sich das in den Kalender schreiben möchte: In der Nacht vom Samstag, auf den Sonntag am 29. März heißt es dann erneut Sommerzeit. Die Uhr wird dann vorgestellt. Aber man kann sicher sein, dass dieses mediale Großereignis an keinem vorbeigeht. Weiterführende Informationen gibt es auf www.zeitumstellung.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen