zur Navigation springen

Neue Statistik : Ladendiebe auf dem Vormarsch: Wo sie besonders gern zuschlagen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

500 Fälle mehr in SH als im vergangenen Jahr und eine riesige Dunkelziffer. Im Bundesvergleich liegt Lübeck mit an der Spitze.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 19:38 Uhr

Lübeck | Die Zahl der Ladendiebstähle in Schleswig-Holstein steigt immer weiter an. Als Hochburg nimmt Lübeck mit 925 Fällen auf 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr bundesweit den elften Platz ein, wie das Internetportal fashionlane im Ranking der 80 größten Städte auflistet. Hamburg folgt auf Platz 23 (819), Kiel liegt im Mittelfeld auf Platz 43 mit 696 Ladendiebstählen pro 100.000 Einwohner.

Insgesamt wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) 2014 im Norden 10.516 Ladendiebstähle zur Anzeige gebracht, 2013 waren es 10.022 – ein Anstieg um 4,9 Prozent. Danach wurden in Lübeck die mit Abstand meisten Ladendiebstähle gezählt, vor Kiel und Flensburg, so LKA-Sprecher Uwe Keller.

Die Suche nach Gründen

„Es gibt keine erkennbaren Gründe im Lübecker Umfeld, die diese hohe Zahl rechtfertigen“, sagt Stefan Muhtz, Sprecher der Polizeidirektion Lübeck. Sein Kieler Kollege Matthias Arends sieht als Ursache für die hohe Zahl von Ladendiebstählen in der Landeshauptstadt neben der großen Einwohnerzahl und den vielen Geschäften auch die Touristen und Großveranstaltungen wie die Kieler Woche.

Unter den Kreisen nimmt Pinneberg landesweit mit 837 bekannt gewordenen Ladendiebstählen den ersten Platz ein. Es folgt der Kreis Segeberg (835 Fälle), wo mit 17 Prozent der höchste Anstieg von Ladendiebstählen verzeichnet wurde. Platz drei nimmt der Kreis Stormarn (573 Fälle) ein. Es folgen Ostholstein (538), Nordfriesland (448) und Herzogtum Lauenburg (432).

Wie schneiden die Kreise ab?
Kreis Pinneberg 837 Fälle
Kreis Segeberg 835
Kreis Stormarn 573
Kreis Ostholstein 538
Kreis Nordfriesland 448
Kreis Herzogtum Lauenburg 432

Das Forschungsinstitut des Einzelhandels (EHI) schätzt, dass 98 Prozent aller Delikte unentdeckt bleiben – allein in Lübeck wären dies fast 100.000 Ladendiebstähle. So wurden 2014 bundesweit zwar Schäden in Höhe von 28,7 Millionen Euro angezeigt. Tatsächlich wurden bei den Inventuren der Händler aber Verluste im Wert von 3,9 Milliarden Euro festgestellt. „Wir versuchen, über Schulungen die Händler aufzuklären, um von Seiten des Personals reagieren zu können“, sagt Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband Nord. Es sei wichtig, dass die Polizei auch Bagatelldelikte dokumentiere. „Sonst verlieren die Menschen den Respekt.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen