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Lutheran in Mecklenburg-Vorpommern : Kopfschuss bei MEK-Einsatz: Mann schwebt weiter in Lebensgefahr

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Bei einem Einsatz in Mecklenburg-Vorpommern schießt ein Polizist - ein Mann wird dabei lebensgefährlich verletzt.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 11:52 Uhr

Lutheran | Der am Freitag von einem Polizisten in Lutheran nahe Parchim angeschossene Mann schwebt weiter in Lebensgefahr. Der 27-Jährige werde in einem Krankenhaus in Schwerin behandelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin am Montag. Das Mobile Einsatzkommando (MEK) der Hamburger Polizei wollte bei dem Einsatz eigentlich einen verurteilten Mann aus der Hamburger Rotlichtszene festnehmen, der seine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten nicht angetreten hatte.

Der Gesuchte saß aber nicht in dem Auto. Nach Medienberichten hatten zwei andere Männer den Wagen geliehen, um Baumaterialien zu transportieren. Der Fahrer wurde von der Kugel aus der Polizeiwaffe am Kopf getroffen. Der gesuchte Straftäter ist nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft weiter auf der Flucht.

Der 27-Jährige, der bei einem Polizeieinsatz in Lutheran bei Lübz in Mecklenburg-Vorpommern am Freitag angeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde, war unbewaffnet. Weder bei ihm, noch bei seinem Mitfahrer oder im gestoppten Pick-up seien Waffen gefunden worden, sagte ein Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft am Sonntag. Der Angeschossene habe durch die Kugel ein Auge verloren.

Am Freitagnachmittag gegen 16.45 Uhr griffen die Beamten in dem Dorf zu - offenbar ein Schlag gegen Drogen- und Rotlicht-Kriminalität. Dabei schoss einer der Polizisten und traf den Mann am Kopf.

Einem Bericht von Spiegel Online zufolge war die Polizei hinter der Hamburger Kiezgröße Nico S. hinterher. Es war wenige Minuten von 17 Uhr, als dessen Pick-Up der Marke Dodge, aus Richtung Parchim kommend, den kleinen Ort Lutheran durchfuhr. Doch offenbar war Nico S. gar nicht am Steuer, sondern ein 27 Jahre alter Mann. Der Anwalt des Betroffenen sagte zu Spiegel Online, statt Nico S. habe David A., das Auto gefahren. Auch der Mann auf dem Beifahrersitz war demnach nicht der Gesuchte.

Die beiden Insassen mittleren Alters ahnten nicht, dass ihnen die Polizei auf den Fersen war. Mitten in der Ortschaft, in Höhe einer kleinen Fleischerei, dann das filmreife Szenario: Zwei Zivilfahrzeuge keilen den Dodge ein, um die Insassen festzunehmen. Doch dann fallen Schüsse, die Seitenscheibe des Dodge zerspringt.

Das Geschoss hat die Scheibe des Dogde zerschlagen.

Das Geschoss hat die Scheibe des Dogde zerschlagen.

 

Wie es dazu kam, war nicht zu erfahren. Nach Angaben der Polizei habe es beim Einsatz eine „Gefährdungslage“ gegeben, sagte der Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft. Der Autofahrer wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in das Schweriner Klinikum geflogen. Der angeschossene 27-Jährige stamme aus der Region, so der Sprecher weiter. Wie die „Schweriner Volkszeitung“ berichtet, soll es sich nach unbestätigten Informationen um eine polizeibekannte Person aus dem knapp 20 Kilometer entfernten Plau handeln.

Warum die Festnahme mitten im Dorf erfolgte, war nicht zu erfahren. Aus der Pressestelle der Hamburger Polizei hieß es nur, dass kein Zusammenhang mit einem möglichen Terroranschlag bestand. Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt jetzt gegen den Polizisten, der den Schuss abgegeben hat. Die Kriminalpolizeiinspektion Schwerin hat die Ermittlungen aufgenommen und sicherte Spuren.

 

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