Verkehrssicherheit in SH : Kontrollwoche: Über ein Drittel der Lkw und Busse beanstandet

Profil, Bremsvorrichtung, Stoßdämpfer – die Polizeibeamten schauten bei den Schwerlastkontrollen genau hin.
Profil, Bremsvorrichtung, Stoßdämpfer – die Polizeibeamten schauten bei den Schwerlastkontrollen genau hin.

Fast 600 Fahrzeuge wurden überprüft – zehn Prozent wurde die Weiterfahrt untersagt.

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03. Juni 2018, 20:14 Uhr

Seit Jahren wächst die Anzahl der Schwerlast-Transporte auf Schleswig-Holsteins Straßen. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Lastkraftwagen und Bussen allerdings auch – allein in den vergangenen fünf Jahren um fast ein Viertel. Die Zahl der dabei Getöteten oder Verletzen stieg um fast zehn Prozent. Auf den Bundesautobahnen sind Güterkraftfahrzeuge an mehr als jedem dritten Unfall beteiligt, Lkw-Unfälle haben hier oftmals besonders schwere Unfallfolgen für andere Verkehrsteilnehmer.

Hauptunfallursachen sind Geschwindigkeitsüberschreitungen, mangelnde Ladungssicherung und Übermüdung, erklärt Polizeidirektor Axel Behrends, im Landespolizeiamt verantwortlich für die Verkehrssicherheitsarbeit. Daher habe die Landespolizei in der vergangen Woche gezielt Lkw und Busse kontrolliert. „Der bisherige Trend der konstant hohen Beanstandungsquote von mehr als 30 Prozent hat sich leider erneut bestätigt. Während der vergangenen Kontrollwoche wurden wiederum zahlreiche Verstöße gegen Fahrpersonalvorschriften, Ladungssicherung, Überladung und Gefahrgutvorschriften festgestellt und zur Ahndung gebracht“, so Behrends.

59 Fahrzeuge stillgelegt

599 Fahrzeuge wurden kontrolliert, davon beanstandeten die Polizistinnen und Polizisten 201 Fahrzeuge aus dem gesamten europäischen Raum. Allein im Bereich der Fahrpersonalvorschriften stellten die Kontrolleure 587 Verstöße fest. Zwölf Fahrzeuge wiesen technische Mängel an der Bremsanlage, der Beleuchtung, den Reifen, der Federung oder den Achsen auf. Außerdem ahndeten die Einsatzkräfte 88 Verstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, fehlende Ladungssicherung und Überladung. Insgesamt musste 59 Fahrzeugführern die Weiterfahrt untersagt werden.

Ein Grund für die hohe Anzahl von Verstößen sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im wachsenden Konkurrenzdruck. Zudem habe die personelle Misere bei der Landespolizei dazu geführt, dass der Schwerlastverkehr nicht mehr mit der gebotenen Intensität und Qualität kontrolliert werden könne, mahnte Thomas Gründemann vom Landesvorstand der GdP an. Nach seinen Worten müssten die speziell für den Güterkraftverkehr ausgebildeten Überwachungskräfte immer wieder für Sondereinsätze heranzogen werden, Schwerlasttransporte begleiten oder würden bei Präsenzkonzepten der Polizeidirektionen einbezogen. „Deshalb stehen diese Polizisten oft nicht oder nur unzureichend für ihre originäre Aufgabe zur Verfügung“, so Gründemann.

Zudem zeige sich bei den speziell ausgebildeten Fachkräften der Polizei ein Nachwuchsproblem. Viele der aktuell eingesetzten Schwerlastkontrolleure der Landespolizei gingen in den kommen Jahren in den Ruhestand.

Allerdings ist die Gewerkschaft hier auf einer Linie mit der Polizeiführung. Und diese Linie ist unmissverständlich: „Die Überwachung des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs bleibt ein Schwerpunkt der Landespolizei in der spezialisierten Verkehrsüberwachung. Darum ist es wichtig, durch möglichst häufige intensive Kontrollen die anderen Verkehrsteilnehmer vor diesen „rollenden Zeitbomben“ zu schützen“, betonte Axel Behrends.

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