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Schiffswrack in der Karibik : Kolumbiens Präsident: Die „San José“ ist Erbe der Menschheit

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Um das vor über 300 Jahren gesunkene Schiff ist Streit entbrannt. Wem gehört die offenbar wertvolle Ladung? Mehrere Parteien erheben Ansprüche.

Bogotá | Die kolumbianische Regierung wertet das in der Karibik entdeckte Schiff „San José“ und seinen an Bord vermuteten Milliardenschatz als Kulturerbe der Menschheit. Ansprüchen anderer Länder oder Firmen trat Präsident Juan Manuel Santos allerdings entgegen. „Jetzt tauchen auf einmal ganz viele vermeintliche Besitzer auf“, sagte der Staatschef am Dienstag. „Nein, meine Herren, das ist Eigentum der Kolumbianer.“

Das Schiff wurde bereits 1980 von einer US-Firma geortet. Diese erhebt jetzt erneut Ansprüche. Auch Spanien sieht sich als Besitzer des Schiffs. Für Kolumbien ist das Schiff Eigentum des Landes.

Er sei sich allerdings der Verantwortung für einen Fund von solcher Bedeutung bewusst. „Es ist ein archäologischer, kultureller und historischer Schatz, den wir selbstverständlich mit dem Rest der Menschheit teilen werden“, sagte Santos. „Aber er gehört den Kolumbianern.“  Präsident Santos kündigte den Bau eines Museums an, um die Schätze der Galeone auszustellen. „Wir werden ein großes Museum in Cartagena bauen im Stil der Museen in skandinavischen Ländern, die dort weit unbedeutendere Funde als unseren ausstellen.“

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos verkündet auf einer Pressekonferenz den Fund der Spanischen Galleone San Jose. Das Schiff ist vor 307Jahren vor der Küste von Cartagena gesunken.
Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos verkündet auf einer Pressekonferenz den Fund der Spanischen Galleone San Jose. Foto: Efe / Colombia Ministry Of Cultur / dpa
 

Ob die Wissenschaftler den vermeintlichen Millionenschatz wirklich heben können, ist noch unklar. Auf Fotos von der Fundstelle sind bislang nur Kanonen und Keramikgefäße zu erkennen.

Die spanische Galeone war nach einer Seeschlacht mit einem englischen Flottenverband 1708 vor der Hafenstadt Cartagena gesunken. In dem Wrack werden Gold und Edelsteine im Wert von 3 bis 17 Milliarden US-Dollar vermutet. Zuletzt hatten Spanien und eine US-Firma, die das Schiff als Erste geortet haben will, Ansprüche angemeldet. „Dies war ein staatliches Schiff, und es gehört dem Staat, unter dessen Flagge es fuhr“, sagte der spanische Außenminister José Manuel García-Margallo. Spanien stützt seine Ansprüche unter anderem auf eine Konvention der Unesco über den Schutz von Gütern auf dem Meeresgrund. Nach diesem Abkommen gehörten gesunkene Kriegsschiffe dem Staat ihrer Herkunft, argumentiert die Regierung in Madrid. Kolumbien wies demgegenüber darauf hin, dass es die Konvention nicht unterzeichnet habe. Der Streit soll nun auf diplomatischem Wege beigelegt werden.

Das US-Unternehmen Sea Search Armada (SSA) hatte das Wrack nach eigenen Angaben bereits Anfang der 1980er geortet und die Koordinaten den kolumbianischen Behörden mitgeteilt. Seinem Mandanten stehe deshalb ein Teil des Schatzes zu, sagte Anwalt Danilo Denis.

 

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erstellt am 09.Dez.2015 | 08:51 Uhr

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