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Flüchtlinge : Knapp 150.000 Afghanen aus ihren Dörfern vertrieben

vom

Sie fliehen aus 31 der 34 Provinzen. Aus dem umkämpften Süden kommen 25 Prozent der Binnenflüchtlinge.

shz.de von
erstellt am 11.Jul.2017 | 10:34 Uhr

Kabul | In Afghanistan sind seit Jahresbeginn knapp 150.000 Menschen vor Gefechten zwischen radikalislamischen Taliban und Sicherheitskräften aus ihren Heimatorten geflohen. Das geht aus einem in der Nacht zum Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. UN-Quellen sprechen von Binnenfluchtbewegungen in 31 der 34 Provinzen. Binnenflüchtlinge überschreiten bei ihrer Flucht keine Staatsgrenzen.

Afghanistan kommt nicht zur Ruhe. Seit Jahresbeginn sind in in dem Land Hunderte Menschen bei Anschlägen der radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet oder verletzt worden.

Weitere noch nicht überprüfte Vertreibungen solle es in besonders großem Maße in der nordafghanischen Provinz Kundus gegeben haben, heißt es in dem Bericht weiter. Dort wurden demnach nach schweren Kämpfen allein in der vergangenen Woche mindestens 14.000 weitere Menschen heimatlos. In Kundus war bis 2013 noch die Bundeswehr stationiert. Die vollständige Eroberung der Provinz ist ein Hauptziel der Taliban. Sie kontrollieren schon weite Teile der neun Bezirke.

Im früher als eher ruhig geltenden Norden würden mittlerweile 43 Prozent aller Kriegsvertriebenen registriert, melden die UN. Aus dem schwer umkämpften Süden kommen 25 Prozent aller Binnenflüchtlinge. Im vergangenen Jahr waren mehr als 660.000 Afghanen aus ihren Dörfern geflohen. Für 2017 hatten die UN zu Jahresbeginn noch mindestens 450.000 weitere Zwangsvertriebene erwartet.

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist unübersichtlich und unvorhersehbar. Immer wieder flammen Kämpfe zwischen afghanischen Sicherheitskräften und vor allem den Taliban, aber auch dem regionalen Ableger des sogenannten Islamischen Staats auf.

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