"Ein Prophet" : Knallharte realistische Gewalt

Der Gefängnisfilm 'Ein Prophet' zählte zu den besten Werken im Wettbewerb von Cannes. Foto: dpa
Der Gefängnisfilm "Ein Prophet" zählte zu den besten Werken im Wettbewerb von Cannes. Foto: dpa

Der junge Malik wird zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im Knast arbeitet er sich unter der Korsen-Mafia nach oben.

shz.de von
09. März 2010, 05:30 Uhr

Knallharte realistische Gewalt bringt der Franzose Jacques Audiard ("Der wilde Schlag meines Herzens") in seinem neusten Werk auf den Punkt. Sein Gefängnisfilm "Ein Prophet" zählte zu den besten Werken im Wettbewerb von Cannes und gewann den Großen Preis. Er war auch für einen Oscar für den besten ausländischen Film neben dem deutschen Beitrag "Das weiße Band" nominiert.
Konsequente Brutalität ist hier kein Stilmittel, um das Publikum bei Laune zu halten, sondern treibende Kraft in der Entwicklung der Charaktere. Der junge Araber Malik (Tahar Rahim), der nicht schreiben gelernt hat, wird zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Gefängnis lernt er schnell, sich Befehlen der älteren Insassen zu beugen und erledigt wiederholt Missionen für César (Niels Arestrup, "Schmetterling und Taucherglocke"), den Anführer einer Gang. Doch Malik steigt schnell in der Gefängnis-Hierarchie auf, und weiß bald die neugelernten Spielregeln des organisierten Verbrechens für sich zu nutzen.

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