Unfassbare Taten bei Freiburg : Kleinen Sohn an Pädophile verkauft – zwei Männer aus SH verhaftet

Die Mutter und der Lebensgefährte sollen das Kind sexuell misshandelt und an andere Männer verkauft haben.

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11. Januar 2018, 20:00 Uhr

Freiburg/Karlsruhe/Kiel | Eine Mutter (47) aus dem Raum Freiburg (Baden-Württemberg) soll ihren neunjährigen Sohn für Vergewaltigungen im Internet verkauft haben. Acht Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft, zwei davon kommen aus Schleswig-Holstein.

„Es ist der schwerste Fall eines sexuellen Missbrauchs, den die Ermittlungsbehörden in Baden-Württemberg je bearbeitet haben“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts. Die Mutter hatte ihren Sohn gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten (37) angeboten. Beide sollen den Jungen ebenfalls über Jahre missbraucht haben.

Nach einem anonymen Hinweis aus dem Internet kam die Polizei dem Paar auf die Spur – und machte auch die Nutzer des furchtbaren Angebots ausfindig. „Sie sollen für diverse Vergewaltigungen des Jungen in vielen Fällen verantwortlich sein“, so die Polizeisprecherin.

Bei einem der Tatverdächtigen aus Schleswig-Holstein handelt es sich um Daniel V. (43), einen bereits mehrfach verurteilten Pädophilen, auf dessen Festplatte Beamte 17.000 kinderpornografische Bilder fanden. Das Landgericht Kiel verurteilte den Computerexperten 2009 zu zehn Jahren Gefängnis, weil der die Entführung und Ermordung eines achtjährigen Mädchens plante. Doch nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof kam er schon nach fünf Jahren wieder frei. Nun reiste Daniel V. nach Karlsruhe, um den Neunjährigen sexuell zu missbrauchen. Spezialkräfte nahmen ihn dort am 3. Oktober fest. Laut Polizei hatte er einen Rucksack mit Fesselutensilien dabei.

Oberstaatsanwalt Axel Bieler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel: „Wir haben Daniel V. durch das Kieler Sicherheitskonzept Sexualstraftäter überwacht. Als er seinen Wohnort in ein anderes Bundesland verlegte, haben wir alle Informationen an das dortige LKA übergeben.“

Bei den weiteren Ermittlungen zu dem Pädophilenring wurde Filmmaterial entdeckt, das den sexuellen Missbrauch eines Mädchens zeigt. Als mutmaßlicher Täter konnte der Vater des Kindes identifiziert werden. Es handelt sich um einen 32 Jahre alten Mann aus Neumünster, der dort verhaftet wurde und seit dem 3. November in U-Haft sitzt.

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