Reaktionen auf den Scoop des Jahres : Klatschmagazin „das neue“ berichtet exklusiv über Merkel-Rücktritt

Die aktuelle Ausgabe von „das neue“.
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Die aktuelle Ausgabe von „das neue“.

Die Ära Merkel ist vorbei – und ausgerechnet eine Frauenzeitschrift weiß es vor allen anderen. Twitter-User spotten über den Illustrierten-Scoop.

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20. Januar 2015, 13:58 Uhr

„das neue“, ein Frauenmagazin mit opulentem Rätsel-Spaß-Extra, hat am am Samstag exklusiv aufgedeckt: Unsere First Lady will nicht mehr. „Angela Merkel – Rücktritt! Jetzt braucht sie ihrem Mann mehr denn je“, titelt das junge Magazin für Frauen in den besten Jahren in großen Lettern und sorgt damit für Plünderungen an der Illustriertenfront. Die kleine Auflage von rund 140.000 Magazinen war am Dienstag nach Schätzungen des Bauer-Verlags bereits ausverkauft.

Wie kommt es, dass uns dieses innenpolitisch nicht ganz unbedeutende Detail entgangen ist? Ist „das neue“ etwa ein Satiremagazin, gut getarnt mit Helene Fischer und Florian Silbereisen? Ist vielleicht doch etwas dran am Schlachtruf „Lügenpresse“?

Beim Blick auf Seite acht zunächst Erleichterung: Noch ist Deutschland kein gänzlich führungsloser Haufen. Doch die aufmerksamen Journalisten der Illustrierten wissen: Die Ära Merkel ist schon bald Geschichte. Das macht „das neue“ unter anderem an der mitgenommenen Nagelhaut der Kanzlerin fest. Auch eine besorgniserregende Wendung im Verhalten der Kanzlerin habe das Blatt beobachtet: „Bisher galt sie als kühl, kontrolliert und konzentriert“, schreibt die Illustrierte. „Die Ereignisse haben sie offenbar so sehr bewegt, dass sogar ein Rücktritt nicht mehr ausgeschlossen scheint. Zuerst ihr körperlicher Zusammenbruch beim CDU-Parteitag im Dezember, schließlich die tragischen Ereignisse in Frankreich: All das hat die Regierungschefin doch sichtlich mitgenommen. Die Nerven liegen blank. Sie gestattet bei öffentlichen Anlässen sogar Einblicke in ihre Gefühlswelt. Das hat es noch nie gegeben!“

In Ermangelung royaler Geburten wollte „das neue“ die Kanzlerin bereits kurz vor Weihnachten schon einmal vom Thron schreiben. Damals hieß es zurückhaltender „Zusammenbruch! Wird ihr alles zu viel?“ Nach der mutigen Schlagzeile vom vergangenen Samstag folgt der Social-Media-Spott auf dem Fuße.

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