Mehrere Festnahmen : Kinderporno-Plattform mit 87 000 Mitgliedern abgeschaltet

Ein kleines Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. /Illustration
Foto:
Ein kleines Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. /Illustration

Über eine schwer zugängliche Plattform im Internet sollen fast 90 000 Nutzer kinderpornografisches Material ausgetauscht haben. Es geht auch um sexuellen Missbrauch. Die Ermittlungen dauerten mehrere Monate.

shz.de von
06. Juli 2017, 17:42 Uhr

Ermittler haben bei einem Schlag gegen die Kinderpornografie-Szene eine Internetplattform mit mehr als 87 000 Mitgliedern abgeschaltet und mehrere Menschen festgenommen. Hauptverdächtiger ist ein 39-Jähriger aus dem hessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Das teilten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Zwei weitere Männer aus Baden-Württemberg und Bayern seien ebenfalls dringend verdächtig festgenommen worden.

Auf der Plattform im Darknet - einem abgeschirmten Bereich des Internets - soll seit Ende vergangenen Jahres weltweit Kinderpornografie ausgetauscht worden sein. Zudem diente die Plattform der Verabredung zum sexuellen Missbrauch von Kindern.

Zu dem Bild- und Videomaterial, das die Mitglieder austauschten, gehörten nach Angaben der Ermittler auch Aufnahmen von schwerstem sexuellen Missbrauch von Kindern. Auch Kleinstkinder seien unter den Opfern. Außerdem habe es Darstellungen sexueller Gewalthandlungen an Kindern gegeben.

Als mutmaßlicher Betreiber der Plattform mit dem Namen «Elysium» wurde der 39-Jährige festgenommen. Er soll als Administrator der Plattform maßgeblich für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur verantwortlich gewesen sein. Der Mann wird auch verdächtigt, Bilder selber aufgenommen und ins Darknet gestellt zu haben. In der Wohnung des 39-Jährigen wurde der Server der Plattform beschlagnahmt. Der Mann sitzt nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Gießen wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

Neben dem Administrator gab es nach Angaben der Ermittler weltweit weitere Festnahmen, vor allem aber in Deutschland und Österreich. Den Beschuldigten wird neben der Verbreitung von Kinderpornografie zum Teil auch schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, teilten das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft mit.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert