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Internationaler Kindertag am 1. Juni : Kinderarmut: Mehr unter 15-Jährige sind von Hartz IV abhängig

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Am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern, die meisten in Bremen und Berlin - und insgesamt 30.000 mehr als im Vorjahr.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 14:55 Uhr

Berlin | Diese Zahlen machen nachdenklich: Rund jedes siebte Kind in Deutschland ist abhängig von Hartz IV. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegen. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 1,54 Millionen unter 15-Jährige betroffen. Das waren gut 30.000 mehr als im Vorjahr. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann hatte die Statistik anlässlich des internationalen Kindertages am 1. Juni erfragt.

In einzelnen Regionen ist die Lage besonders schwierig: So ist in den Stadtstaaten Bremen und Berlin mit 31,5 Prozent fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen (Ende 2015). In Sachsen-Anhalt sind es 21,8 Prozent, in Hamburg 20,4 Prozent. Prozentual am wenigsten Betroffene gibt es in Bayern mit 6,5 Prozent.

Insgesamt sind in Ostdeutschland 20,3 Prozent der unter 15-Jährigen Hartz-IV-abhängig, in Westdeutschland 13,0 Prozent. Den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gab es mit 2,1 Prozentpunkten in Bremen, den deutlichsten Rückgang mit minus 0,7 Prozentpunkten in Brandenburg und Sachsen.

Die Statistik der BA führt die „nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ unter 15 Jahren auf. Ihr Anteil an den Kindern bis 14 Jahren in Deutschland insgesamt lag 2015 bei 14,4 und im Jahr zuvor bei 14,1 Prozent.

Genau betrachtet gehe es beim Thema Kinderarmut nicht unmittelbar um die Armut der Kinder, sondern um die Armut ihrer Eltern und deren Auswirkung auf die Kinder, sagte Zimmermann. „In der enormen Anzahl der Hartz-IV-Beziehenden mit Kindern spiegeln sich die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen und Niedriglöhne wider.“ Der Koalition warf die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion vor, zu wenig gegen das seit Jahren bekannte Problem zu tun. So müssten die Regelsätze für Kinder erhöht werden.

Ein Zusammenschluss von rund 30 Sozialverbänden und Gewerkschaften rund um die Diakonie forderten von der Politik Konzepte gegen Kinderarmut. „Das derzeitige System der kinder- und familienbezogenen Leistungen konnte nicht verhindern, dass die Kinderarmut in den letzten Jahren noch gewachsen ist“, stellten sie fest. „Im Gegenteil: Kinder aus gut verdienenden Familien werden in Deutschland immer noch stärker gefördert als Kinder aus Hartz IV-Haushalten.“

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