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Islamistische Terrorgruppe : Kampf gegen Boko-Haram: Tschad marschiert in Nigeria ein

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Truppen aus dem Tschad sind in Nigeria einmarschiert. 200 Boko-Haram-Kämpfer werden bei Gefechten getötet.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 15:30 Uhr

Abuja/N'Djamena | Truppen des afrikanischen Landes Tschad sind bei ihrem Einsatz gegen die Terrorgruppe Boko Haram erstmals auf nigerianischen Boden vorgedrungen. Bei schweren Gefechten seien im Nordosten des Landes neun Soldaten und 200 Extremisten ums Leben gekommen, teilten die Streitkräfte in N'Djamena mit.

Zudem seien 21 tschadische Soldaten verletzt worden, als die Truppen versucht hätten, den Ort Gamboru aus den Händen der Boko Haram zu befreien. Die Islamisten kontrollierten seit Wochen Gamboru. Vorausgegangen waren tagelange Luftangriffe auf Boko-Haram-Stellungen. Nach stundenlangen blutigen Kämpfen habe die Armee Gamboru eingenommen und die Extremisten vertrieben, berichtete der französische Sender RFI. Dabei seien auch mehrere Fahrzeuge mit schweren Waffen und Hunderte Motorräder der Boko Haram zerstört worden, so die Armee. Die Islamisten seien daraufhin über die Grenze nach Kamerun geflohen.

Die Terrorgruppe Boko Haram kämpft mit heftiger Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Begonnen hatte die Gruppe mit ihren Angriffen im Jahr 2009. Bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen starben Schätzungen zufolge bereits etwa 13.000 Menschen. Im April vergangenen Jahres hatte sie über 200 Mädchen aus einer Schule entführt, von denen bis heute jede Spur fehlt.

In dem Ort Fotokol, der von Gamboru nur durch eine Brücke getrennt ist, entbrannten anschließend heftige Kämpfe mit kamerunischen Truppen: „Die Extremisten sind heute morgen hier angekommen. Seither gibt es heftige Gefechte zwischen ihnen und unseren Soldaten“, zitierte die Webseite „PM News Nigeria“ einen Sicherheitsbeamten.

Die Afrikanische Union hatte in den vergangenen Tagen bei ihrem Gipfeltreffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba beschlossen, einen multinationalen Militäreinsatz mit mindestens 7500 Soldaten gegen die Terrorgruppe zu starten. „Dieser Terror erfordert stärkere und besser koordinierte Maßnahmen von uns allen“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bei dem Gipfel. „Alle regionalen und internationalen Bemühungen müssen darauf abzielen, die Menschen in Nordnigeria und den Nachbarländern vor der Gewalt zu schützen“, betonte er.

Erst Ende vergangener Woche waren bei Kämpfen rund um Fotokol über 120 Boko-Haram-Mitglieder ums Leben gekommen. Eine Quelle des Verteidigungsministerium in Abuja erklärte, die Boko Haram habe gegen die derzeitige Militärintervention keine Chance. „Es gibt keinen Ort mehr, an dem sich diese Idioten verstecken könnten. Mit der derzeitigen Offensive können sie nicht mithalten“, sagte er. In Nigeria stehen in eineinhalb Wochen Parlaments- und Präsidentenwahlen an.

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